Die Sinfoniker begeistern im Theater mit schmissigen Klängen aus aller Welt ihr Publikum.

Die Musiker beweisen Temperament, Dirigent Mihkel Kütson tänzerisches Talent.
Die Musiker beweisen Temperament, Dirigent Mihkel Kütson tänzerisches Talent.

Die Musiker beweisen Temperament, Dirigent Mihkel Kütson tänzerisches Talent.

Jörg Knappe

Die Musiker beweisen Temperament, Dirigent Mihkel Kütson tänzerisches Talent.

Krefeld. Nicht bloß beschwingt, sondern schmissig und temperamentvoll starten die Niederrheinischen Sinfoniker ins neue Jahr. Mit ihren „Neujahrsgrüßen aus der ganzen Welt“ stimmen sie von der ersten Note an positiv auf den Jahresbeginn ein.

Mit der „Ohne Sorgen-Polka“ von Josef Strauß, dem Bruder des Walzerkönigs, geht es überzeugend heiter los: ein fröhliches „Hahaha“ der Musiker im Takt und ein Dirigent, der mit seiner Choreographie das Tänzerische auf die wenigen Quadratmeter seines Podests bringt. Mihkel Kütson und sein Orchester entzünden das Feuerwerk der Nacht noch einmal zur vormittäglichen Stunde.

Schostakowitsch beherrscht den Jazz und die Wiener Tradition

Michael Grosse gibt mit seiner Moderation den Reiseleiter für einen musikalischen Trip um den Globus. Er erläutert, wie der Komponist Dmitrij Schostakowitsch in den späten 1930er Jahren in St. Petersburg für einen „ideologisch korrekten“ Jazz sorgte und, dass „sich auch ein Russe auf den Dreivierteltakt verstehen kann“. Der berühmte Walzer Nr. 2 aus der Suite für Jazz-Orchester beweist dies. Wie gut Schostakowitsch sich auch in die Wiener Traditionen eindenken konnte, macht seine Kleine Polka deutlich, die man locker als Werk aus der Hauptstadt an der Donau einordnen kann.

Das Orchester zeigt seine Internationalität beim Ausflug nach Armenien mit dem Säbeltanz von Aram Khatchaturian sowie dem Abstecher in den Orient mit Stücken aus der Suite „Belkis, Königin von Saba“ von Ottorino Respighi. Hier sorgen vor allem die Schlagzeuger für arabische Momente.

In die Neue Welt geht es mit der „Cuban Overture“ von George Gershwin. Flotte lateinamerikanische Rhythmen, eine rasante Mischung aus Fiesta und Parade, dazwischen ein kurzes melancholisches Intermezzo zum Atemholen - die Musiker können’s auch kubanisch.

Bei der „Rhapsody in Blue“ gibt es Fehlfarben, denn für den Hintergrund der Bühne hätte man an Stelle des leuchtenden Rots auch Blau wählen können. Obwohl: Zum Spiel von André Parfenov passt eher Rot. Der Pianist tobt mit größter Freude über die Tasten, die Möglichkeiten zum Improvisieren, die Gershwin vorgesehen hat, kostet er voll aus. Die „One-Man-Show“ am Flügel begeistert das Orchester, das sich grinsend zurücklehnt, als der Solist loslegt. Aber auch das Publikum zeigt mit seinen Bravos und schier endlosem Applaus seine Anerkennung.

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