Arvid Boecker zeigt seine großformatigen Bilder unter dem Titel „Alle Zeit der Welt“

Arvid Boecker stellt seine Bilder bis zum 7. Februar in der Villa Goecke aus.
Arvid Boecker stellt seine Bilder bis zum 7. Februar in der Villa Goecke aus.

Arvid Boecker stellt seine Bilder bis zum 7. Februar in der Villa Goecke aus.

Dirk Jochmann

Arvid Boecker stellt seine Bilder bis zum 7. Februar in der Villa Goecke aus.

Krefeld. Was sofort ins Auge springt, ist das Format. Alle Bilder, die in der Ausstellung mit dem schönen Titel "Alle Zeit der Welt" in der Villa Goecke gezeigt werden, sind quadratisch. Die Form scheint sich auf den Bildern selbst zu wiederholen, Farbfelder sind ein immer wieder kehrendes Element.

Das Format sei auf sein neues Atelier zurückzuführen, verrät Arvid Boecker. Eine Toreinfahrt hat einen prägenden Eindruck hinterlassen, den er in einer ganzen Bildserie verarbeitet hat. Der 1964 in Wuppertal geborene Künstler probiert gerne bestimmte Themen durch, dabei untersucht und reflektiert er genau sein eigenes Tun. Nicht in Routine verfallen ist seine Devise, und was auf den ersten Blick so streng und klar strukturiert erscheint, hält doch manche Überraschung parat.

Da gibt es neben den pastosen Farbfeldern auch transparente Passagen mit feinen Schlieren und verlaufenden Strukturen. Mit verschieden großen Rakeln bearbeitet der Künstler die Fläche, nimmt Farbe wieder ab und erzeugt damit eine unterschiedliche Dichtigkeit des Materials. Mit dem Pinsel kommen im Gegenzug lineare Strukturen ins Spiel.

In Boeckers Bildern gibt es Licht und Schatten, warme und kalte Farben, wobei zwei Kombinationen vorherrschend sind. Türkis und Braun, Orange und helles Grau sind die bevorzugten Töne, die der Künstler in immer neuen Varianten durchexerziert. "Orange ist meine Lieblingsfarbe", bekennt Boecker.

Es geht ihm nicht um die Abbildung seiner Umwelt, aber bestimmte Wahrnehmungen fließen natürlich in seine Arbeit ein. So hat ihn ein Arbeitsaufenthalt vor einigen Jahren auf der Isle of Skye zu der Serie "Kilmuir Walk" inspiriert. Die Bilder waren 2006 in der Villa Goecke zu sehen. Die dortigen Landschaftseindrücke sind in den streifenförmigen Aufbau der Bilder nur indirekt eingeflossen.

Das meiste entsteht im Kopf des Künstlers selbst, entwickelt sich zu an Versuchsanordnungen angelehnten Malprozessen. Zufall und Kontrolle sind dabei das Leitmotiv, das der Künstler mit scheinbarer Leichtigkeit in seinen Bildern wunderbar ausbalanciert.

So bekommt man in der Ausstellung Werke zu sehen, die alles andere als kopflastig sind. Man sollte sich ruhig alle Zeit der Welt nehmen, sie zu betrachten.

Villa Goecke, Tiergartenstraße 57. Mi. und So., 15-18 Uhr. Bis zum 7. Februar.

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