Das duo imPuls begeisterte beim Serenadenkonzert zu Silvester im Rittersaal der Burg Linn mit Harmonie und Schwung.

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Barbara Rieder und Sebastian Bartmann, vierhändig am Klavier, beim Serenadenkonzert.

Barbara Rieder und Sebastian Bartmann, vierhändig am Klavier, beim Serenadenkonzert.

Dirk Jochmann

Barbara Rieder und Sebastian Bartmann, vierhändig am Klavier, beim Serenadenkonzert.

Krefeld. Die Silvesterserenade auf Burg Linn sollte nur als Mantelkonzert mit Schal und Pulswärmern ein Vergnügen werden. Wer nicht gleich seinen Mantel mit in den Rittersaal genommen hatte, holte dies in der Wartezeit vor Konzertbeginn sofort nach. Bis auf den letzten Platz waren die Reihen im Rittersaal besetzt, um dem vierhändigen Spiel auf dem Flügel von Barbara und Sebastian Bartmann, dem „duo imPuls“, zu lauschen.

Sehr angenehm ist es, dass Sebastian Bartmann den Konzertabend moderiert, die Auswahl der Stücke kommentiert und unterhaltsam Hintergründiges zu den Werken bietet. „Wir beginnen an einer Bar und enden dort wieder, um dem Abend gerecht zu werden!“

Aus einer New Yorker Bar überliefert Samuel Barber (1910 - 1981) mit seinen „Souvenirs“ (op. 28) kleine Stimmungsbilder und Beobachtungen von Gästen. Höchst anschaulich wie einfühlsam lässt das Duo musikalisch ein Liebespaar wieder lebendig werden und liefert auch mit dem heiteren Two-Step, der an Stummfilmmusik erinnert, einen beschwingten Einstieg in das Silvesterkonzert.

Künstler zeigen die Perfektion eines Zusammenspiels seit elf Jahren

Im Eifer des Gefechts versetzt Sebastian seiner Partnerin auch schon mal einen Kinnhaken, doch an den Tasten herrscht große Harmonie zwischen den beiden. Gleich welche Klangbilder die beiden malen, sie sind bestens abgestimmt und zeigen die Perfektion eines vielfach international ausgezeichneten Zusammenspiels seit elf Jahren. Neben tönenden Charakterstudien erlebt das Publikum Landschaftsstimmungen aus Böhmen und Mähren von Antonin Dvorak sowie aus Norwegen von Edvard Grieg.

Alle Kontraste meistert das duo imPuls exzellent, selbstverständlich auch Impressionistisches von Maurice Ravel. Aus der Märchensammlung „Ma mère l’oye“ zaubern sie viele verschiedene Klangfarben hervor. Einfach märchenhaft, wie ihr Dornröschen, der kleine Däumling oder die Königin der Pagoden durch den Rittersaal geistern.

Mit den „liquid moods“, einer Komposition von Sebastian Bartmann aus dem Jahr 2009, finden die beiden in ihrem hervorragend auf den Silvesterabend abgestimmten Programm wieder zurück an eine Bar. Die drei musikalischen Cocktails werden zu einem spritzigen, jazzigen und teils hoch virtuosem Ausklang eines erfrischenden Abends. gmk

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