Eine Hinweistafel soll vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum aufgestellt werden.

Kaiser Wilhelm Museum
Das Kaiser Wilhelm-Denkmal im Jahr 2011.

Das Kaiser Wilhelm-Denkmal im Jahr 2011.

Jochmann, Dirk (dj)

Das Kaiser Wilhelm-Denkmal im Jahr 2011.

Krefeld. Im Kulturausschuss war kurz vor der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums noch mal der Name Thema. Die Idee, das Museum anders zu benennen, wurde nicht mehr diskutiert, da man die Marke nicht aufgeben wolle. Da aber Kaiser Wilhelm als umstritten gilt, stimmten bei einer Enthaltung alle dafür, dass der Antrag auf eine Hinweistafel an die Verwaltung geht.

Deren Text soll eine historische Einordnung von Kaiser Wilhelm I enthalten und auch auf den Bildhauer eingehen. Das marmorne Standbild entwarf der Bildhauer Gustav Eberlein aus Berlin. Es soll in einem Glasgehäuse auf dem Vorplatz stehen, wenn der Platz vor dem Museum fertiggestellt wurde.

Auch wenn die Kunst dann zu einem großen Teil im sanierten Museum hängt, soll das Depot Schotte in Uerdingen weiterhin von der Stadt gemietet werden: Zum Ende des Jahres soll es in Folgenutzung auch dem Textilmuseum zur Verfügung stehen.

Gerda Schnell von der SPD wollte wissen, ob „der Krefelder Ehrenbürger Adolf Luther in angemessener Weise und im Kontext der Sammlung präsentiert wird?“ Kulturdezernent Gregor Micus verwies auf Luthers Linsen am Ostwall, seine Kunst im öffentlichen Raum (etwa Rathaus) und auf die neue Museumsleitung. Katia Baudin habe sich für ein Konzept des Dialogs ausgesprochen und dabei auch ausdrücklich auf Adolf Luther (1912–1990) verwiesen.

Zur Wiedereröffnung des Kaiser Wilhelm Museums am 2. Juli liegt jetzt erstmals die Krefelder Museumskarte zum Preis von 40 Euro vor. An den beiden ersten Tagen des umgebauten KWM ist der Eintritt frei.

Eine Aufnahme des Limes als Weltkulturerbe wäre 2020 möglich

Kulturdezernent Micus verwies auch noch mal auf den zeitlichen Ablauf zum Antrag auf das Weltkulturerbe: Der Arbeitskreis erstellt die Unterlagen für den Antrag, dem bei Gelingen eine Aufnahme im Jahr 2020 folgt. Das Kastell in Gellep befand sich direkt an der römischen Landesgrenze, dem Limes. Dieser niedergermanische Limes, der bis zur Nordsee reicht, würde in Anerkennung als Weltkulturerbe die schon anerkannten Grenzen – Obergermanischer Limes und Hadrianswall in Großbritannien – verbinden.

Der Ort, an dem das Gelleper Kastell stand, wurde bei der Hafenerweiterung zum Teil „weggebaggert“, wie Micus erläuterte. Der verbliebene Part wurde als planungsrechtlich geschützte Grünfläche ausgewiesen oder ist in Privatbesitz. Es sind derzeit keine Funde sichtbar, sie befinden sich unter der Erde. Micus erklärte: „Das Thema Unesco-Weltkulturerbe wird auch Schwerpunkt im Aufgabenfeld der neuen Museumsleitung.“ Die Archäologin Jennifer Morscheiser-Niebergall wird im August die Leitung der Museen Burg Linn (MBL) übernehmen.

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