Mit dem zweiten Band ihrer aktuellen Trilogie „Die Jahre der Schwalben“ gelingt der Krefelderin ein fesselndes Zeitbild.

Mit dem zweiten Band ihrer aktuellen Trilogie „Die Jahre der Schwalben“ gelingt der Krefelderin ein fesselndes Zeitbild.
Nach Teil zwei ihrer Trilogie will Ulrike Renk 2018 den dritten Band folgen lassen. Archiv

Nach Teil zwei ihrer Trilogie will Ulrike Renk 2018 den dritten Band folgen lassen. Archiv

Dirk Jochmann

Nach Teil zwei ihrer Trilogie will Ulrike Renk 2018 den dritten Band folgen lassen. Archiv

Um Frederike dreht sich alles, was in diesem Roman geschieht: Die junge Adlige ist die Hauptperson in „Die Jahre der Schwalben“. Das Buch setzt „Das Lied der Störche“ fort, und der abschließende Teil wird im kommenden Jahr erscheinen. Autorin ist die Krefelderin Ulrike Renk, die mit dieser Trilogie einen sehr großen Erfolg verzeichnet. Denn „Die Jahre der Schwalben“ war schon kurz nach dem Erscheinen auf der Bestseller-Liste des Spiegel. „Das habe ich mir immer gewünscht“, sagt sie. Nun bin ich aus dem Stand innerhalb einer Woche auf Platz 17 gelangt.“ Das war schon vor einigen Wochen. Das Buch im aufbau-Verlag befindet sich nun mittlerweile in der dritten Auflage.

Wie in vielen ihrer Bücher liegt Ulrike Renk ein authentischer Stoff zugrunde, den sie mit Fabulierlust, Phantasie und Recherche zu einer gelungenen Lektüre gestaltet. In diesem Fall hat sie die Geschichte von der Familie Putlitz geschenkt bekommen. Schon im Mittelalter wurde dieses Geschlecht in der Prignitz erwähnt.

Doch hier geht es um das 20. Jahrhundert. Frederike von Weidenfels wird 1909 geboren. Ihr Vater stirbt früh. Ihre Mutter heiratet noch zwei Mal. Die Erbfolgeregelungen katapultieren Frederike ins Nichts. So erscheint eine Ehe mit Ax von Stieglitz eine zukunftsträchtige Lösung. Dieser ältere Mann jedoch leidet an Tuberkulose. Das allerdings erfährt Frederike erst nach der Hochzeit.

Die Melange, aus der die Geschichte entsteht

Im zweiten Band der Trilogie kommt Ax aus Davos nach Hause, da er sich für geheilt hält. Doch dem ist nicht so. Kurz darauf stirbt er, und Frederike muss sich allein um das Gut kümmern. Schon bald wird deutlich, dass der Gutsverwalter nicht der Besitzerin, sondern dem neuen Regime ergeben ist: „Die Jahre der Schwalben“ behandelt auch die Nazizeit. Hierzu hat die Autorin gründlich recherchiert.

Sie deutet nur an. Und doch kann sich der Leser vorstellen, was damals geschah. Reisen durch den „Polnischen Korridor“, Aufmärsche der Nazis, Repressionen gegen Juden, normaler Alltag, Familiengeschichten – all das bildet die Melange, aus der die Geschichte entsteht. So ist der Autorin ein fesselndes Zeitbild gelungen, das Aspekte der 1920er- bis 1940er-Jahre illustriert und aufgrund der persönlichen Geschichte Lust auf den abschließenden Part macht.

» Ulrike Renk liest heute um 19.30 Uhr in der Villa Merländer aus ihrem Roman „Die Jahre der Schwalben“. Erschienen ist das Buch im aufbau-Verlag, 2017. Preis: 12,99 Euro. .

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