Ein Grammy-Gewinner am Keyboard, ein Wirbelwind am Schlagzeug und ein Bassist mit Melodiegespür.

konzert
Keyboarder George Whitty hat fünf Grammys gewonnen.

Keyboarder George Whitty hat fünf Grammys gewonnen.

A. Bischof

Keyboarder George Whitty hat fünf Grammys gewonnen.

Krefeld. Der hintere Teil der Bühne liegt im Jazzkeller im vorderen Teil des Ladens, und da sitzt meist der Schlagzeuger – mit dem Rücken zur Tür. Mehrere Fans standen da beim Gastspiel der Band Third Rail mit leuchtenden Augen, als würde sie der Rest des Trios nicht weiter interessieren. Denn am Schlagzeug saß Tom Brechtlein, seit seiner Zusammenarbeit mit Chick Corea ein legendärer Fusion-Trommler.

Brechtlein schüttelt komplexe Rhythmen aus dem Ärmel

Third Rail ist das Trio des Keyboarders George Whitty, mit fünf gewonnen Grammys der erfolgreichste Musiker der Band. Den E-Bass bedient Janek Gwizdala, mit 35 Jahren der Jüngste, das am wenigsten beschriebene Blatt. Das wird nicht so bleiben.

Fusion ist die Musik der Band, Funk und Latin werden mit der Power des Rock über die Bühne gejagt. Brechtlein wirbelt ununterbrochen über Becken und Trommeln, rasante Breaks und komplex verschachtelte Begleitfiguren haut der Mann mit einer Lockerheit aus dem Ärmel, dass man die glänzenden Augen seiner Fans verstehen kann.

Whitty spielt auf drei Keyboards, einem Synthesizer mit elektronischem Sound, einem weiteren mit E-Piano- und Orgelklang und einem digitalen Piano. Orgel- und E-Piano-Sound dienen der Begleitung, mit der rechten Hand lässt Whitty die Solostimmen auf dem Piano oder dem Synthesizer erklingen.

Die Kombination der Sounds bedeutet Abwechslungsreichtum, Whittys Themen sind meist rhythmisch markant. Seine Phrasierung ist makellos, er transportiert den Druck, den Brechtlein erzeugt, ohne Reibungsverluste mit seinen Melodien weiter.

Heimlicher Star des Groove-Kombinats aber ist Bassist Gwizdala. Mit seinem fünfsaitigen E-Bass entpuppt er sich als veritables Zwitterwesen. In den tiefen Lagen pumpt er seine mäandernden Begleitlinien, als Solist aber bevorzugt er die hohen Lagen. Da wird der Bassist zum Gitarristen, mit einem Melodiegespür, das für einen Bassisten erstaunlich ist. Viel Applaus im gut besuchten Jazzkeller.

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