Das Musical „Swinging St. Pauli“ feiert im TaZ eine umjubelte Premiere mit viel Musik.

Die Premiere von „Swinging St. Pauli“ war ein voller Erfolg.
Die Premiere von „Swinging St. Pauli“ war ein voller Erfolg.

Die Premiere von „Swinging St. Pauli“ war ein voller Erfolg.

Theater

Die Premiere von „Swinging St. Pauli“ war ein voller Erfolg.

Krefeld. Spricht man über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, ist immer gleich von den Helden die Rede. Aber was ist mit den vielen Namenlosen, die auch nicht im Gleichschritt marschieren wollten? Das Musical "Swinging St. Pauli" (von Martin Lingnau und anderen) setzt den "Swingheinis" ein Denkmal: Jugendlichen, die sich ihren Spaß an der als "entartet" abgestempelten Jazzmusik nicht nehmen lassen wollten. Im Theater auf Zeit (TaZ) fand jetzt die umjubelte Premiere statt.

Regisseur Reinhardt Friese hat sich am Stadttheater als Mann fürs leichte Musiktheater etabliert. Mit "Swinging St. Pauli" ist ihm ein Wurf gelungen, der bei allem Unterhaltungsanspruch auch das Dramatische des Stoffs nicht aus den Augen verliert.

Alberta (Eva Mona Rodekirchen), Beate (Anja Barth), Max (Frederik Leberle), Fritz (Stefan Diekmann) und Heinrich (Ronny Tomiska) wollen ihre Lebensfreude nach ihrer Fasson ausleben.

Im Hamburg des Jahres 1941 treffen sie sich in Leos (Tobias Wessler) Swingkneipe, die der SA ein Dorn im Auge ist. Hier spielen "Willi and the Boys" (Leitung: Willi Haselbek) mit Big-Band-Power und Drive Musik, in der etwa Duke Ellington und Glenn Miller kräftig nachhallen. Das junge Ensemble ist tanz- und sangesfreudig, mitreißende Choreographien (Stephan Bauer) und Songs geben ordentlich Pfeffer.

Im zweiten Teil dunkelt sich die Geschichte zunehmend ein. Die SA-Männer Hundt (Sven Seeburg) und Stenzel (Adrian Linke) üben Druck auf die unangepassten Jugendlichen aus. Leo versteckt zudem noch die Jüdin Emma (Judith C. Jakob). Nicht nur deren Leben, sondern auch ihre Liebe zu Max wird von den Nazis bedroht.

Die Geschichte geht zwar nicht ungetrübt aus, doch die Botschaft der Musik steht am Ende: Lasst euch eure Lebenslust nicht nehmen. Im Bühnenbild aus Hunderten hölzernen Bierkisten (Günter Hellweg) überzeugt das Ensemble über kurzweilige zweieinhalb Stunden, vor allem Rodekirchens und Jakobs Gesangskünste müssen hervorgehoben werden.

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