Matthias Gehrt inszeniert „Dogville“. Das Stück beruht auf einem Film von Lars von Trier.

Nele Jung spielt die Rolle der Grace. Sie flieht vor Gangstern in das Dorf „Dogville“.
Nele Jung spielt die Rolle der Grace. Sie flieht vor Gangstern in das Dorf „Dogville“.

Nele Jung spielt die Rolle der Grace. Sie flieht vor Gangstern in das Dorf „Dogville“.

Matthias Stutte

Nele Jung spielt die Rolle der Grace. Sie flieht vor Gangstern in das Dorf „Dogville“.

Krefeld. Machtmissbrauch in einem kleinen Dorf in den Rocky Mountains. Das bringt die Handlung des Stücks „Dogville“, das am Donnerstag Abend am Theater Premiere feiert, wohl auf den Punkt. Dabei beginnt alles fast friedlich. Der kleine Ort hat zu Zeiten der Großen Depression im Amerika der 30er Jahre eine kleine Fabrik, eine Apfelplantage, einen Arzt und ein Missionshaus ohne Pfarrer. Kaum einer der Bewohner hat Kontakt zur Außenwelt.

Die Bewohner nehmen die flüchtende Grace bei sich auf

Plötzlich flieht Grace (Nele Jung) vor Gangstern aus einer Nachbarstadt nach „Dogville“. Die Stadt nimmt die Flüchtende aus einer anderen Welt auf und Grace hilft, wo sie kann – bis sich herausstellt, sie wird wegen Bankraubs von der Polizei gesucht. „Dann kippt es und ein Missbrauch der Macht beginnt“, erklärt Regisseur Matthias Gehrt. „Der Missbrauch dieser Person wirft Fragen auf. Warum geht sie nicht weg? Warum hört die Stadt nicht auf?“, erklärt Gehrt. Diese Fragestellungen werden Diskussion anregen und das ist auch so gewollt. „Es zeigt: Die Fähigkeit zum Bösen steckt in jedem von uns“, sagt Gehrt.

Das Bühnenbild lehnt sich an die Idee des Films „Dogville“ von Lars von Trier an. Die Häuser sind nur mit weißen Grundrissen auf der Bühne zu erkennen. „Wir werden vier Mal die Perspektive wechseln. Auf der schrägen Bühne bleiben immer alle Schauspieler und machen in ihren Rollen weiter. Alles passiert gleichzeitig. Das ist eine vollkommen ungewöhnliche Situation für den Zuschauer“, erklärt Bühnenbildnerin Gabriele Trinczek.

Auch wenn der Film von 2003 als Vorlage dient, soll dieser nicht dramatisiert werden. „Wir wollen den Film nicht rekonstruieren“, erklärt Gehrt. Technisch sei das Stück sehr aufwendig. „Die Häuser haben keine sichtbaren Türen, aber 80 Mal hört der Zuschauer eine Tür auf gehen und jedes Haus hat eine andere Tür“, sagt Gehrt.

Er beschreibt es als unkompliziertes Theater, weil der Zuschauer keinerlei Vorwissen braucht und die Sprache alltäglich ist. Generalintendant Michael Grosse wird als Erzähler durch das Stück führen. „Er wird die Haushalte vorstellen und auch die Zeitsprünge erklären“, sagt Gehrt. Es bleibt die Frage, welche Konsequenzen haben die Taten der Bewohner Dogvillles?

„Dogville“ findet am morgigen Freitag um 19.30 Uhr im Theater statt. Die nächste Vorstellung nach der Premiere ist am Mittwoch, 1. April, um 19.30 Uhr.

Matthias Gehrt (Inszenierung), Gabriele Trinczek (Bühne), Petra Wilke (Kostüme), Martin Vöhringer (Dramaturgie)

Es gibt noch Restkarten für die morgige Premiere. Tickets unter Telefon 80 51 25 oder im Internet.

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