Der frühere Generalintendant kehrt für „Der Ring an einem Abend“ nach Krefeld zurück.

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Kritischer Blick: Loriot hat gestattet, dass Jens Pesel für ihn einspringen darf.

Kritischer Blick: Loriot hat gestattet, dass Jens Pesel für ihn einspringen darf.

Kritischer Blick: Loriot hat gestattet, dass Jens Pesel für ihn einspringen darf.

Warner, Matthias Stutte, Bild 1 von 2

Kritischer Blick: Loriot hat gestattet, dass Jens Pesel für ihn einspringen darf.

Krefeld. Mit einer Spieldauer von 16 Stunden gehört Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ zu den Monumentalwerken des Musiktheaters. Normalerweise werden vier Abende benötigt, um „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ auf die Bühne zu bringen.

„Loriot hat fast täglich angerufen und sich erkundigt, wie es läuft.“

Graham Jackson, Dirigent

Im Krefelder Theater kann man die Geschichte von Göttern, Helden und Zwergen komprimiert an einem Abend erleben. Zu verdanken ist das dem Altmeister des feinsinnigen Humors, Vicco von Bülow alias Loriot. Der große Humorist und leidenschaftliche Opernfan hat 1992 eine dreistündige Fassung des Werks erstellt, wobei er ausgewählte Passagen mit eigenen Texten verknüpfte.

Bei der Uraufführung von „Der Ring an einem Abend“ am Mannheimer Theater übernahm er selbst die Rolle des Moderators. In Krefeld wird diesen Part der ehemalige Generalintendant Jens Pesel übernehmen. Als noch unter seiner Ära die Überlegung aufkam, anstelle des Originals diese spezielle Fassung zu spielen, nahm Pesel persönlich Kontakt mit Loriot auf. Dieser gab den Bühnen erstmals die Rechte, sein Stück mit eigenem Sprecher zu spielen. Von Bülow zeigte auch reges Interesse an der Probenarbeit. „Er hat fast täglich angerufen und sich erkundigt, wie es läuft“, erzählt Generalmusikdirektor Graham Jackson.

Als musikalischer Leiter des Abends ist er von der geistreichen Kurzfassung des Rings begeistert. „Die Texte sind von wunderbar trockenem Humor und trotzdem respektvoll“ erklärt er. Das ganze sei keine Persiflage und von großer Kenntnis des Werks geprägt. Die Musik bleibt im Mittelpunkt: „Die ganze Bandbreite wird zu hören sein, und es gibt nicht nur laute Stellen“ verspricht Jackson.

Eine schöne Herausforderung ist der Abend auch für die Sänger, die in halb szenischer Form zumindest partiell in die Rollen schlüpfen können. „Der Abend ist für Opernkenner und für Neulinge gleichermaßen reizvoll“, sagt Jackson.

Die Premiere am Freitagabend ist ausverkauft. Für die weiteren Vorstellungen am 30. Januar, 19. März, 29. April, 3. und 7. Mai gibt es Karten: Telefon 02151/805 125.
 

Wer durch Loriots Wagner- Bearbeitung auf den Geschmack kommt, der findet vielleicht an der opulenten DVD-Box „Loriot und die Musik“ Gefallen (erschienen bei Warner Home Video, fünf DVDs kosten etwa 39,90 Euro).

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