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Als Wiederaufnahme gibt es in Krefeld Verdis "Maskenball" zu sehen.

Als Wiederaufnahme gibt es in Krefeld Verdis "Maskenball" zu sehen.

© Matthias Stutte

Als Wiederaufnahme gibt es in Krefeld Verdis "Maskenball" zu sehen.

Krefeld. Hinter dem roten Vorhang gibt es einen bunten Willkommensgruß. Das Titelbild des neuen Spielzeitheftes des Theaters zeigt den Vorhang, auf der nächsten Seite steht in vielen Sprachen „willkommen“.

Damit macht das Theater seine Position in der Gesellschaft deutlicher denn je. „Es geht verstärkt um Zeitgenossenschaft“ sagt Generalintendant Michael Grosse bei der Vorstellung des Spielplans 2016/17. „Theater ist ein Ort des gesellschaftlichen Diskurses“ , so Grosse.

So stehen die derzeitigen Veränderungen in der Gesellschaft, allen voran das Thema Flüchtlinge, an erster Stelle. Um auf der Höhe der Zeit zu agieren, möchte man aber auch Themen regional spiegeln.

So ist es vom Klassiker bis zur Uraufführung wieder ein bunter Strauß von Stücken geworden, die Grosse und sein Team für das Publikum gebunden haben.

In Krefeld wird die Spielzeit am 17. September mit einem Doppelabend zweier Opernklassiker eröffnet.

„Wir kombinieren Cavalleria rusticana“ nicht mit dem „Bajazzo“ sondern mit Puccinis „Gianni Schicchi“. Das humorvolle Werk war 26 Jahre nicht mehr hier zu sehen. Die Inszenierung übernimmt Francois De Carpentries, der hier zuletzt mit Jules Massenets „Manon“ beeindruckte.

Für Wagner-Fans wird der 15. April 2017 ein wichtiger Termin. Dann steht mit „Lohengrin“ endlich wieder ein Werk des Bayreuther Meisters auf dem Programm. Bereits am 15. Oktober feiert „Katja Kabanova“ Premiere. Als Wiederaufnahmen gibt es in Krefeld Verdis „Maskenball“ und die Operette „Frau Luna“ zu sehen.

Auf der Bühne selbst Platz nehmen kann das Publikum bei einer modernen Kammeroper mit dem witzigen Titel „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Darin geht es um neurologische Probleme, die mit Musik therapiert werden. Märchenhaftes für Kinder kündigen Ballettdirektor Robert North und seine Stellvertreterin Sheri Cook an.

Das Ballett „Pinocchio“ wird allerdings zuerst in Mönchengladbach uraufgeführt. Für Krefelder Ballettfans gibt es ab 2. Oktober “Eine Frau ohne Namen“ und ab Mai das Handlungsballett „Teufelskreis“, das eine Musikcollage von Richard Wager bis Michael Jackson präsentiert.

Acht Neuproduktionen kann Schauspieldirektor Matthias Gehrt für Krefeld ankündigen. Los geht es im September mit einer Uraufführung in der Fabrik Heeder „Eine Schiffsladung Nelken für Hrant Dink“ erzählt anhand der tragischen Geschichte eines Journalisten vom türkisch-armenischen Konflikt. Die Regisseurin Zara Antonyan ist Armenierin, das Stück setzt die Reihe Außereuropäisches Theater fort. Mit „Schuld und Sühne“ steht ab November ein Klassiker der russischen Literatur auf der Bühne. Gehrt selbst inszeniert das Stück in einer Fassung des berühmten polnischen Regisseurs Andrzej Wajda.

Als „französischen Botho Strauß“ bezeichnet Gehrt den Autor Joel Pommerat, dessen Stück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ ab dem 3. Februar zu sehen ist. „Es sind zwanzig Minidramen, die sich um die Liebe drehen“ sagt Gehrt. Unter dem Arbeitstitel „Von Lampedusa nach Lüdenscheid“ entsteht noch ein Stück, das wie in dieser Spielzeit „Kein schöner Land“ eng an den aktuellen Geschehnissen orientiert ist und diese verarbeitet.

Zunächst in Mönchengladbach ist der Klassiker „Minna von Barnhelm“ zu erleben. Dort gibt es auch die Uraufführung der Revue „Wir sind Borussia“, die nicht nur für Fußball-Fans gedacht ist. Eine Neuauflage der erfolgreichen Kino-Sinfonie auf der Rennbahn kündigt Generalmusikdirektor Mihkel Kütson an. Am 27. und 28. August begleiten die Sinfoniker den Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Cagliari“.

Weitere Sonderkonzerte, sowie sieben Sinfonie-und zwei Chorkonzerte bilden das Jahresprogramm. Eine Kooperation mit einem Jugendtheater in Venlo kündigen die Theaterpädagogen Silvia Behnke und Maren Gambusch an. „Haus und Herd“ heißt das Stück, das der Jugendclub in Krefeld und Venlo uraufführen wird. Erfreulich für alle Theaterbegeisterten ist die Tatsache, dass die Eintrittspreise stabil bleiben.

Das neue Spielzeitheft (mit einer erhöhten Auflage von 40.000 Stück) mit allen Informationen ist ab der ersten Woche im Mai kostenlos erhältlich, vorab findet man alle Termine im Internet.

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