Das TAM lässt im Februar das Stück „Raritäten für Interpreten“ von Urs Peter Schneiders aufleben.

Urs Peter Schneider schuf „Raritäten für Interpreten“.
Urs Peter Schneider schuf „Raritäten für Interpreten“.

Urs Peter Schneider schuf „Raritäten für Interpreten“.

Archivbild

Urs Peter Schneider schuf „Raritäten für Interpreten“.

Krefeld. Tief in die Repertoire-Kiste hat Hausherr Pit Therre gegriffen, um das Februar-Programm des Fischelner Theaters am Marienplatz (TAM) zu gestalten. Urs Peter Schneiders „Raritäten für Interpreten“ hat er ausgegraben, das Werk stand zum ersten Mal 1980 auf dem Programm des TAM. Sechs Herren und zwei Damen führten das Sammelsurium von Petitessen nun aus.

Die Bühne ist kreuz und quer zugestellt mit Tischen, mehrere Stühle sind vorhanden, eine Chaiselongue und eine Standuhr im Hintergrund versprühen den Charme der Nostalgie. Notenständer, die teils auch die Sicht verbauen, eine Querflöte, Trommeln, zwei Flügel rechts und links im Vordergrund warten auf Bedienungspersonal für die Aufführung im Ambiente einer fast untergegangenen Praxis, der des Hauskonzerts.

Den Beginn markiert dann Gemurmel im Publikum. Vier Akteure lesen parallel Texte, erst leise und deshalb unverständlich, dann lauter, aber im Zusammenklang weiterhin kaum verstehbar. „Der Dichter muss das allgemein Notwendige zum Ausdruck bringen“, das kann man aufschnappen.

Allgemein Notwendiges tut sich dann auch in den nächsten 65 Minuten nicht. Man hört und sieht parallel oder hintereinander weg Miniaturen für Klavier und Flöte, mehrere Texte, darunter das durch Wegstreichen von Buchstaben zum Dada-Lautgedicht umfunktionierte „Heiligenstädter Testament“ von Beethoven.

Bücher werden umgestapelt, ein Lämpchen an und aus gemacht, zwei bauchige Gläser als Glasharfe benutzt, Pit Therre hält einen hübsch verzweifelten Monolog. Das alles unternehmen die TAM-Spieler mit dem ihnen eigenen Ernst, man amüsiert sich entsprechend leise über die sanfte Absurdität des Ganzen. Nur als einmal ein Elektro-Dildo in Kombination mit verschiedenen Dingen als Geräuschquelle genutzt wird, kommen Lacher auf.

11./18./25. Februar, jeweils 22 Uhr.

Telefon 02151/30 52 73.

Zu Beginn sitzt übrigens Anke Janssen minutenlang still nur da und umklammert einen Holzklotz. Was für ein inniger Moment in dem Gewusel. Das Bild der Frau mit ihrem Klotz, fast verströmte es Poesie. Mehr jedenfalls als der Dildo.

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