Alexandra Yaron ist in der Krefelder Synagoge aufgetreten.

wza_665x1000_770368.jpg
Die Eingangshalle der Krefelder Synagoge. (Archiv

Die Eingangshalle der Krefelder Synagoge. (Archiv

Andreas Bischof

Die Eingangshalle der Krefelder Synagoge. (Archiv

Krefeld. Mit ihren scharfzüngigen Liedern prägten sie das Berlin der 1920er Jahre. Doch Mischa Spoliansky, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Kurt Weill waren wegen ihrer jüdischen Abstammung gezwungen, nach 1933 Deutschland zu verlassen.

In dem Lied "Münchhausen" stellte Hollaender die provokante Frage: Wie wäre es, wenn anstelle der rotweißen Fahne mit dem schwarzen Kreuz wieder Schwarz-Rot-Gold die vorherrschenden Farben in Deutschland wären? Der Song bildete am Sonntag das Kernstück eines Konzerts in der Jüdischen Gemeinde. Für eine knappe Stunde entführte die Sängerin Alexandra Yaron in die Welt des Kabaretts. Von Hollaenders "Kleptomanin" bis zu Weills "Barbara Song" schlug sie einen abwechslungsreichen musikalischen Bogen.

Dazwischen erzählte sie ein bisschen aus jener Zeit. Heymanns Tochter verriet ihr das Lieblingslied ihres Vaters. Es ist "Irgendwo auf der Welt" - und die zurückhaltende Interpretation von Yaron zählt zu den stilleren Momenten des Abends. Mit Georg Corman am Klavier hat sie einen zuverlässigen Begleiter an ihre Seite. Leider verzichtete Yaron nicht auf das Mikrofon, über das ihr Gesang oft zu laut und schrill übertragen wurde. MP

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer