Das Wandgemälde von Fitz Huhnen im Stadtbad wurde erst 2002 restauriert, nun verkommt es.

Das Wandgemälde von Fitz Huhnen im Stadtbad wurde erst 2002 restauriert, nun verkommt es.
Das Wandgemälde von Fritz Huhnen verliert an einigen Stellen Farbe.

Das Wandgemälde von Fritz Huhnen verliert an einigen Stellen Farbe.

Wiltrud Urselmann wurde nach ihrem Sieg bei Olympia geehrt. F: Stadtarchiv

Lothar Strücken, Bild 1 von 2

Das Wandgemälde von Fritz Huhnen verliert an einigen Stellen Farbe.

Krefeld. In den Fenstern klaffen große Löcher. Pflanzen ragen in die verlassen Räume und Gänge des Stadtbades an der Neusser Straße. Die ehemaligen Umkleiden, leeren Becken und der verlassene Sprungturm draußen strahlen eine stille Faszination aus. Wie bei einer Geisterstadt finden sich überall Hinweise auf die Zeit, als dort noch viele Krefelder Schüler Schwimmen gelernt haben. Das ist vorbei. 2003 hat der letzte Krefelder seine Runden in einem der Becken gedreht.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, langsam verkommt es. Und mit ihm ein Kunstwerk. Direkt neben einem der vielen kaputten Fenster hat der Krefelder Künstler Fritz Huhnen ein Wandgemälde im Treppenhausaufgang zum Herrenbad gemalt. Das war 1950.

„Ich (. . .) bin überzeugt, dass das Stadtbad mit dem Huhnen-Gemälde ein Stück Seelengeschichte der Stadt verkörpert.“

Ulrich Eltgen, Restaurator

Anlass für das Kunstwerk war ein Medaillengewinn der Krefelder Erfolgsschwimmerin Wiltrud Urselmann. Sie gewann 1957 sämtliche Meisterschaften im Brustschwimmen, 1958 holte sie die Bronzemedaille bei den Schwimmeuropameisterschaften in Budapest, 1960 trat sie bei den Olympischen Sommerspielen in Rom an und gewann die Silbermedaille.

Sie ist auf dem Bild von Huhnen am Beckenrand abgebildet. Im oberen Teil des Bildes starten gerade drei Schwimmer ins Wasser. „Das Wandbild ist eine erfreuliche Bereicherung in der Ausstattung des Stadtbades, dass sich nach so mannigfachen Erneuerungen und Verschönerungen sehen lassen kann“, steht es geschrieben in Unterlagen aus dem Jahr 1961, zu finden im Stadtarchiv.

Fritz Huhnen hat als Dankeschön eine Jahreskarte des Stadtbades erhalten.

Historie: Das Stadtbad Neusser Straße wurde am 1. Mai 1890 nach rund drei Jahren Bauzeit eröffnet. Es sollte der Hygiene und der körperlichen Ertüchtigung dienen. Das Freibad kam in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hinzu.

Investoren: Beide Schwimmbecken wurden durch das Erdbeben in den 90er Jahren beschädigt. Das Herrenbad wurde repariert und blieb bis 2003 in Betrieb. Seitdem steht das Gebäude leer. Seit 2002 gab es Bemühungen verschiedener Interessenten, das Gebäude mit neuem Leben zu füllen. Bislang immer vergeblich.

Denkmal: Das Gebäude wurde 2000 geschlossen – zu groß war der Sanierungsaufwand mit schätzungsweise 35 bis 40 Millionen Euro. Nach einem Deckenabsturz im Badezentrum Bockum wurde es noch mal geöffnet, bis 2003 endgültig Schluss war.

Das Bild ist in keinem guten Zustand. Durch die kaputten Fenster ist es den Witterungen ausgesetzt und die Farbe löst sich an einigen Stellen. Dabei war es 2002 erst von Ulrich Eltgen, einem Restaurator aus Bonn, instand gesetzt worden. Er sagte damals: „Ich (. . .) bin überzeugt, dass das Stadtbad mit dem Huhnen-Gemälde ein Stück Seelengeschichte der Stadt verkörpert.“

Da es direkt auf die Wand gemalt wurde, wäre es eine Überlegung wert, das Kunstwerk zumindest abzudecken, wie es auch beim Umbau 2002 der Fall war, damit das Wandgemälde und damit ein Teil der Stadtgeschichte nicht irgendwann ganz verschwunden ist.

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