Anfang 2017 ist der Veranstalter des Krefelder Metal-Festivals aufgrund einer Krebserkrankung verstorben. Freunde lassen seine Ideen jetzt weiterleben.

Anfang 2017 stirbt der Veranstalter aufgrund seiner Krebserkrankung. Freunde lassen Ideen weiterleben.
Oliver Biklic und Veronika Effertz veranstalten das Moshroom-Festival in der Kulturfabrik.

Oliver Biklic und Veronika Effertz veranstalten das Moshroom-Festival in der Kulturfabrik.

Mark Mocnik

Oliver Biklic und Veronika Effertz veranstalten das Moshroom-Festival in der Kulturfabrik.

Krefeld. Vor einem Jahr ist an gleicher Stelle ein Interview mit Oli Beier erschienen. Ein Interview, das ich bis heute nicht vergessen habe. Oli Beier, Veranstalter des Metal-Festivals Moshroom, erzählte mit entwaffnender Offenheit von seine Krebserkrankung. Und sagte Sätze wie „Auch wenn alles kacke ist, kann man immer noch was bewirken“.

Dass Oli Beier ein starker Kumpeltyp war, der es verstanden hat, Leute mit Musik zusammenzubringen, war mir seitdem klar.

Bei der Trauerfeier kommt die Idee, das Festival weiterzuführen

Ein Jahr später ist klar, dass seine Ideen auch nach seinem Tod nicht so schnell verblassen werden. Freunde veranstalten am 21. Oktober das elfte Moshroom-Festival, das jetzt „Oli Beiers Moshroom“ heißt.

Die Idee dazu wurde bereits kurz nach der Beerdigung von Oli Beier geboren. Genauer gesagt bei der Trauerfeier in seiner letzten Wirkungsstätte – der Kulturfabrik. Circa 200 Leute kamen: „Da hat sich gezeigt, dass Oli viele Dinge richtig gemacht hat“, erinnern sich Veronika Effertz und Oliver Biklic.

Letzterer ist Songschreiber und Gitarrist der Krefelder Metal-Band Sunchair und hat vor Jahren zusammen mit „Olis Band“ Hasteblood zusammen im Bunker am Deutschen Ring geprobt. „Es war eine gute Zeit, wir haben uns immer gegenseitig ausgeholfen“, erinnert sich Biklic. Veronika Effertz hat ihn in der Kulturrampe kennengelernt. Und weiß: „Es war Olis Wunsch, dass es weitergeht.“ Vor der Kulturfabrik wurde Anfang des Jahres beschlossen, das Erbe weiterzuführen, die Szene auch in diesem Jahr wieder zum „Familientreffen“ an der Dießemer Straße zu laden.

Oli Beiers Moshroom-Festival findet am 26. Oktober statt.

Karten gibt es im Büro der Kulturfabrik an der Dießemer Straße 13 (montags bis freitags, 10 bis 16 Uhr) für 8 Euro, an der Abendkasse für zehn Euro.

Bisher bestätigt sind: Norded, Sunchair, Divine Zero, New Damage, Mediokrist und Vitja.

Das war manchmal gar nicht so einfach. „Oli hat im Prinzip immer alles alleine vorbereitet und organisiert. Nur im letzten Jahr haben wir geholfen“, sagt Michaela Kebschull, die das Festival vom Kufa-Team aus betreut.

Alte Metal-Hasen und Newcomer treten in der Kufa auf

Das neue Moshroom-Team musste sich zunächst einarbeiten. Oliver Biklic hat sich um die Bands gekümmert. Herausgekommen ist eine Mischung aus alten Hasen, internationalen Durchstartern der Metalszene und lokalen Newcomern.

Zu letzterer Kategorie gehört die Band Mediøkrist. „Das ist eine junge Band aus Krefeld, die Metalcore mit deutschen Texten machen“, erklärt Biklic. Alte Bekannte sind etwa New Damage und Thalamus.

Bei der Formation Norded handelt es sich um die neue Band von Sänger Stefan Kuhnigk, der lange zusammen mit Oliver Beier bei Hasteblood spielte und sich auch bei der Organisation des diesjährigen Moshrooms beteiligt hat. Ganz oben auf dem Moshroom-Plakat, das kürzlich frisch aus dem Druck kam, steht der Name Vitja aus Münster, die laut Biklic in der Metalszene gerade auf der „Überholspur“ unterwegs sind.

„Alle Bands waren direkt bereit, auf ihre Gage zu verzichten“, sagt Biklic, der viele Musiker persönlich kennt. Wie gewohnt wird der gesamte Erlös des Festivals für einen guten Zweck gespendet. „Wir arbeiten dabei weiter mit dem Kinderschutzbund in Krefeld zusammen“, erklärt Veronika Effertz. Die beiden Grundpfeiler des Moshrooms haben sich also nicht verändert: die lokale Szene mit einem Festival stärken und dabei einen guten Zweck unterstützen.

Und Veronika Effertz und Oliver Biklic schmieden schon Pläne für die nächsten Jahre. Vorstellbar wäre beispielsweise , das Festival wieder auf zwei Tage zu erweitern. Sicher ist: „Wir machen auf jeden Fall weiter.

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