Tosender Applaus für Carl Orffs Carmina Burana.

Krefeld. Sprühende Funken und Klangraketen im ersten Stück des Konzertabends lassen keinen Zweifel am Thema: "Feu d’artifice". Man hört im Spiel der Flöten und Geigen, wie Strawinskys Feuerwerk aufsteigt und am Himmel explodiert. Danach kehrt eine gewisse Stille ein beim 1. Chorkonzert im Saal des Seidenweberhauses.

Mit den drei Nocturnes für Orchester und Frauenchor von Claude Debussy wird es ruhiger. Die Lautmalereien der 1901 erstmals aufgeführten Komposition lassen beim Publikum ein Wolkenbild erscheinen, gemalt von sphärischen Klängen der Geigen.

Nach der Pause wird es voll auf der Bühne, denn für Carl Orffs Carmina Burana kommen zu den Sinfonikern noch Konzertchor und Opernchor sowie der Knabenchor der Musikschule Mönchengladbach und die Solisten Anja Maria Kaftan (Sopran), Luis Lay (Tenor) und Dieter Goffing (Bariton). Die Texte stammen aus einer Handschrift des 13. Jahrhunderts und schildern das pralle Leben des Mittelalters: Sie handeln von Liebe, Frühling, Trinken und Völlerei, sind aber auch moralisch und satirisch. Sie strotzen vor Lebensfreude.

Entsprechend ausdrucksstark ist auch Orffs Vertonung. Seinem Verleger empfahl er damals, alles, was er davor geschrieben hatte, einzustampfen: "Mit Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke." Für das hervorragende Zusammenspiel der 200 Musiker unter Leitung von Graham Jackson dankt das Publikum mit langem Applaus. gmk

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