Ab Freitag behauptet Monika Nelles: „In meinem Herzen bleib’ ich Metzger“.

Monika Nelles vor ihren Bildern im Kunst-Spektrum.
Monika Nelles vor ihren Bildern im Kunst-Spektrum.

Monika Nelles vor ihren Bildern im Kunst-Spektrum.

Dirk Jochmann

Monika Nelles vor ihren Bildern im Kunst-Spektrum.

Krefeld. Die Einladungskarte zeigt eine Idylle. Künstlerin Monika Nelles steht im Wasser. Versonnen schaut sie nach oben, das Wasser kräuselt sich, Bäume spiegeln sich darin. Irritation löst dagegen der aufgedruckte Satz aus: "In meinem Herzen bleib’ ich Metzger".

Ein jäher Bruch der Idylle - und ein für die Künstlerin charakteristischer Auftakt ihrer Einzelausstellung im Kunst-Spektrum, die heute um 20 Uhr eröffnet wird. Ein Rundgang zeigt, was hinter dem martialischen Bekenntnis steckt.

Gleich im ersten der sechs Räume steht ein Stück eines echten Baumstammes. Er ist halbiert, die Innenfläche zeigt eine verdächtig regelmäßige Maserung. Tatsächlich handelt es sich um eine Klebefolie mit Holzmaserung. Was ist echt, was ist Täuschung? Diese Fragen sind ein zentraler Punkt im Werk der seit vielen Jahren in Krefeld tätigen Künstlerin.

Bäume sind ein wichtiges Thema für sie. Gerne beobachtet sie Äste und Blätter bei unterschiedlichen Lichteinfällen. Die ständige Veränderung, die Lebendigkeit faszinieren sie. Um das umzusetzen, greift sie in letzter Zeit gerne zum Sprühlack. "Und trotzdem habe ich unter Bäumen gesessen" heißt eine Serie von acht Bildern auf Resopalplatten.

Dass die Künstlerin einen sensiblen Blick für die unscheinbaren Dinge hat, zeigen ihre Zeichnungen zum Thema "Gestrüpp". Mit Bleistift oder Tusche entstehen zauberhafte Gebilde, denen Gewächse am Straßenrand zugrunde liegen. Nelles selbst reizt an diesen Dingen das Widersprüchliche "Das ist sperrig und filigran, aber auch zart und obskur", sagt sie. Auf Farbe verzichtet sie dabei ganz, und neben der klassischen schwarzen Zeichnung auf weißem Papier gibt es auch die Umkehrung.

Einen anderen Raum hat Nelles als "Frauenzimmer" eingerichtet. Die Wände sind mit kleinen, in unterschiedlicher Technik gemalten Bildern gefüllt, die Frauen in Ruhestellungen zeigen. Es sind Frauen, die innehalten, sich in sich selbst zurückziehen und reflektieren. Ein Verhalten, das die Künstlerin selbst gerne praktiziert. Auch die oben beschriebene Aktion im Wasser steht in enger Beziehung dazu.

Bis 27. Februar. Geöffnet Mo. und Do., 16-20 Uhr, Sa., 11-14 Uhr ; Monika Nelles lädt Schulklassen ab der dritten Klasse zum Besuch der Ausstellung ein: Kontakt unter Ruf 02151/4 62 10

monikanelles@t-online.de

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