Am Samstag eröffnet die Ausstellung des Berliners Jan Muche in der Galerie Börgmann.

Jan Muche vor einem großformatigen Bild der Austellung: Bei der Sinnsuche hilft das Wort „Horoskop“ dem Betrachter nicht weiter.
Jan Muche vor einem großformatigen Bild der Austellung: Bei der Sinnsuche hilft das Wort „Horoskop“ dem Betrachter nicht weiter.

Jan Muche vor einem großformatigen Bild der Austellung: Bei der Sinnsuche hilft das Wort „Horoskop“ dem Betrachter nicht weiter.

Andreas Bischof

Jan Muche vor einem großformatigen Bild der Austellung: Bei der Sinnsuche hilft das Wort „Horoskop“ dem Betrachter nicht weiter.

Krefeld. "Horoskop" ist auf dem farbenfrohen Bild zu lesen, das in der Galerie Börgmann fast eine ganze Wand einnimmt. Wer glaubt, mit diesem Wort dem Inhalt des Bildes auf die Spur zu kommen, wird schnell an Grenzen stoßen. Jan Muche mag es, den Betrachter auf diese Weise zu irritieren.

Die Schriftzüge, die er manchmal auch halb verdeckt oder spiegelverkehrt zeigt, sind nur ein Element im Kaleidoskop seiner Bilderwelt. "Ich finde es sehr wichtig, dass meine Bilder in die Irre leiten", sagt der junge Künstler aus Berlin über sein Werk.

Der Künstler stöbert gern auf Flohmärkten, dort findet er Material

Aber Muche betreibt dieses Spiel mit dem Betrachter nicht so gezielt, wie es auf den ersten Blick scheint. Muche baut seine Bilder aus vielen Elementen zusammen, denen unterschiedliche Eindrücke oder Gegenstände zugrunde liegen. Der Künstler stöbert gerne auf Flohmärkten, die dort entdeckten alten Zeitungen und Fotografien liefern ihm reichlich Material. Auch seine Vorliebe für technische Konstruktionen und für alte Fassaden spiegelt sich in seinen Bildern wider.

In einer virtuosen Maltechnik aus Tusche und Acryl verbindet Muche in dicht gedrängten Kompositionen unzählige Details zu einem großen Ganzen. Ein warmer Gelbton bildet meist die Grundierung, auf die dann in vielen dünnen Schichten weitere Farben aufgetragen werden. Dabei entsteht eine schillernde Vielfalt mit manchmal gewagten Kombinationen, in denen Menschen, Gegenstände oder serielle Muster wiedergegeben werden.

Dem Künstler gelingt es fabelhaft, die Farbigkeit nie ins Schrille abgleiten zu lassen - sie wirkt eher einem vordergründigen Realismus entgegen. Farben dienen dem Künstler auch, notwendige Brüche in seinen Bildern zu schaffen. Das wird vor allem bei einer Serie von Köpfen deutlich, die einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden. Der gekünstelte Stil, wie man ihn von Fotos alter Filmstars kennt, ist in Muches Bildern noch sichtbar. Doch bevor alles zu perfekt und schön wird, verpasst er einer Dame mit aufgetürmter Frisur eine fahlgrüne Gesichtsfarbe.

Besonderes Highlight der Ausstellung ist der Raum in der oberen Etage. Hier hat der Künstler, der die Schau eigenhändig eingerichtet hat, eine ganze Wand mit Bildern dicht gefüllt. Eine persönliche Schatzkiste hat er da ausgebreitet, die an eine Sammlung von Familienfotos erinnert. Sofort ist die Neugier des Betrachters geweckt. Wer sich auf eine visuelle Reise durch Muches Bildlandschaften einlässt, wird vieles entdecken. So wunderbare Wortschöpfungen wie "Bremssand" gehören auch dazu.

Eröffnung: Samstag, 20 Uhr; geöffnet Di., 12-15 Uhr, Mi.-Fr., 12-18 Uhr, Sa., 11-13 Uhr. Die Ausstellung, zu der ein sehr sehenswerter Katalog erschienen ist, ist bis zum 6. März zu sehen.

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