Gong Xi zeigt Porträts in der Galerie „Pretty Land“.

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Galerist Wolfgang Droste hat sich zwischen zwei Porträts aufgestellt. Die Züge der Abgebildeten sind karikaturenhaft, teils abschreckend.

Galerist Wolfgang Droste hat sich zwischen zwei Porträts aufgestellt. Die Züge der Abgebildeten sind karikaturenhaft, teils abschreckend.

A. Bischof

Galerist Wolfgang Droste hat sich zwischen zwei Porträts aufgestellt. Die Züge der Abgebildeten sind karikaturenhaft, teils abschreckend.

Krefeld. Chinesische Kunst sieht in der Galerie "Pretty Land" am Südwall jedes Mal ein bisschen anders aus. Arbeiten von Gong Xi sind zwar nun bereits zum zweiten Mal zu sehen, doch mit den bunten Acrylbilder aus dem vergangenen Jahr haben sie wenig zu tun.

Waren es damals Schweine im menschlichen Kostüm, die sich in karikaturhaften Szenen zu einem letzten Mahl um einen runden Tisch versammelten, sind nun weniger theatralische menschliche Porträts zu sehen. Die in Aquarellmalerei gestalteten Bilder bilden eine umfangreiche Serie, die dicht gehängt in der Galerie zusammengestellt ist.

Gong Xi richtet den Fokus auf den ganzen Kopf oder auf das Gesicht. Er zeigt Menschen unterschiedlichen Alters oder Hautfarbe, ungeschönt, manchmal auch mit abschreckend karikaturhaften Zügen. Farben setzt er gezielt und sparsam ein, oft beschränkt er sich auf schlichtes Schwarzweiß. Schaurige Details, wie ein von roten Adern durchzogener Augapfel, sind akribisch ausgeführt und scheinen dem Künstler besondere Freude zu bereiten.

Gong Xi zeigt zwar eine Abfolge von Individuen, doch in der seriellen Ausführung entsteht auch ein Eindruck von Gleichförmigkeit. Der Künstler misst jeder Person die gleiche Bedeutung bei, und man muss schon genauer hinsehen, um zwischen den Menschenbildern plötzlich einen Katzenkopf zu entdecken.

Manche Bilder erinnern an Gruppenfotos aus Schulen

Zwischen den Einzelporträts gibt es einige Gruppenbilder, die an Gruppenfotos aus Schulen erinnern. Gong Xi hat tatsächlich auf seine Studentenzeit zurückgegriffen und ihnen den Titel "Nostalgia" gegeben. In der Gruppe verschwindet das Individuelle gänzlich, was durch die uniformierte Kleidung noch betont wird. Darüber hinaus wählt der Künstler hier ein kleineres Format, was eine differenzierte Gestaltung der Gesichter fast unmöglich macht.

Die Präzision, mit der Gong Xi durchweg arbeitet, ist insgesamt das hervorstechende Merkmal seiner Malerei. MP

Südwall 55, geöffnet Mi., Do., Fr. 13 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 16 Uhr, bis 7. März

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