Zu den Magazin-Schätzen zählt eine alte Dose mit der Aufschrift „Kraut-Nägel“, die vermutlich für Schnupftabak verwendet wurde.

BURG LINN
Die hölzerne Dose wurde wahrscheinlich für Schnupftabak verwendet.

Die hölzerne Dose wurde wahrscheinlich für Schnupftabak verwendet.

Die hölzerne Dose wurde wahrscheinlich für Schnupftabak verwendet.

Krefeld. Es gibt sie noch, die Wörter, bei denen Wikipedia passen muss. Eines davon ist „Krautnägel“. Das Museum Burg Linn hat mindestens einen davon. In goldener Schrift steht es auf einer kleinen schwarzlackierten Dose. Christoph Reichmann, stellvertretender Museumsleiter, hatte wieder einmal nach Schätzen gegraben und eine ganze Reihe von kleinen feinen Behältern und Dosen in einem Karton mitgebracht.

Diese Dose nun ist aus Holz, schwarz lackiert und mit Griffmulden an den Seiten. Die Beschriftung lautet: Stamm-Gesellschaft Kraut-Nägel. Die Dose ist vermutlich für Schnupftabak verwendet worden und man kann sich vorstellen, dass jedes Mitglied eine bekam.

Diese Gesellschaft der „Ritter von der Gemütlichkeit“ stammt noch aus dem 18.  Jahrhundert und versammelte „Freunde Rheinischer Gemütlichkeit“ in einer Wirtschaft am Dampfmühlenweg.

Zahlreiche bärtige Kaufleute aus Krefeld „schlugen allda ihre Bierschlachten“, heisst es in einem Artikel aus der ‚Heimat‘. Denn das Jahresheft des Vereins für Heimatkunde beschreibt in seinem 4. Jahrgang im Jahre 1925 die Bräuche dieses Männerbundes.

Geselligkeit mit Schlips und Kragen

Eine Illustration vermittelt einen Eindruck der Geselligkeit im Gasthaus Schmitz (so hieß es ab 1912). Mit Schlips und Kragen, mit Weste und Stresemann oder langem Rock sind sie um einen Tisch versammelt, weisses Tischtuch, Altbiergläser. Sie tranken mit Vorliebe „oberjähriges Bier, gebraut von Herrn Lücker in Linn.“

Im Magazin der Burg Linn liegen unter anderem Exponate der Stadtgeschichte. Auch die Grabungskisten aus den Gräberfeldern in Gellep lagern dort.

Die WZ stellt in loser Folge Stücke aus dem Magazin vor.

In der Wirtschaft Schmitz (Albert Schmitz arbeitete dort seit 1900 und hatte das Lokal 1912 übernommen) waren die Herren der „Krautnägel“ aus „gediegenen Bürgerkreisen“ sogar auf einem Gruppenbild zu sehen.

Heinrich Schmitz, der auch Verfasser von Lustspielen in „Crefelder Mundart“ war, malte dieses Bild 1893. Fein säuberlich werden hier auch die Porträtierten aufgezählt; für so manchen alteingesessen Krefelder erzählen auch diese Namen eine Geschichte: Gut 30 Jahre später, als dieser Artikel in der Heimat erschien, lebten nur noch sieben dieser Männer.

Im Geist der Zeit äußerte der Autor folgenden Wunsch: „Mögen der frische, fröhliche rheinische Geist und die kerndeutsche Gesinnung, die die frühere Gesellschaft „Krautnägel“ auszeichneten, Crefelds Bürger alle Zeit erfüllen zum Heile der Vaterstadt und des Vaterlandes.“

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