Geometrie und Neoneffekte: Darauf setzt Rupprecht Geiger, der mit seinen Werken in Krefeld ist.

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Rupprecht Geiger: Stolze 100 Jahre alt und sichtbar kein bisschen farbenscheu.

Rupprecht Geiger: Stolze 100 Jahre alt und sichtbar kein bisschen farbenscheu.

Dirk Jochmann

Rupprecht Geiger: Stolze 100 Jahre alt und sichtbar kein bisschen farbenscheu.

Krefeld. Mit einem großen Namen startet der Krefelder Kunstverein ins neue Ausstellungsjahr. Ab Freitag (Eröffnung 19 Uhr) sind im Buschhüterhaus Bilder von Rupprecht Geiger zu sehen. Eine Besonderheit vorneweg: Während der Ausstellungszeit kann der in München lebende Künstler am 26. Januar seinen 101. Geburtstag feiern. Angesichts dessen hat es in der vergangenen Zeit mehrere Retrospektiven gegeben, in München und Berlin, sowie vor einem halben Jahr im Museum für Gegenwartskunst in Siegen.

Kreise und Quadrate: Sie zeigen Geigers Liebe zur Architektur

Jetzt also der Krefelder Kunstverein, für den dies eine Premiere ist. Die Schau, die sich hauptsächlich aus Grafiken zusammensetzt, ist in Zusammenarbeit mit dem Münchner Geiger Archiv und der Kölner Galerie Wilbrand entstanden. Die Siebdrucke und Bilder zeigen immer wieder geometrische Grundformen, wie Quadrat und Kreis. Und sie zeigen Geigers enge Beziehung zur Architektur.

Ein zweites Merkmal seiner Arbeiten sind die monochromen, intensiven Farbflächen. Weniger das berühmte Geiger-Rot ist hier zu sehen, dafür leuchtende Neonfarben in Gelb, Orange und Pink. Vor allem bei den zwei größeren Bildgruppen im Erdgeschoss ergibt sich daraus eine Bildfolge aus Kreisen auf quadratischer Bildfläche, die unterschiedliche, für das Auge manchmal sehr gewöhnungsbedürftige Farbkontraste durchspielen.

Farbe als schriller Aufschrei oder als Ort der Meditation: Zwischen diesen Polen bewegen sich Geigers Werke seit vielen Jahren. Für den Künstler ist die Farbe den Elementen ebenbürtig, sie bedeutet für ihn Licht und Wärme. Ihre Emotionalität bändigt er mit der Klarheit der geometrischen Form. Löst er sich, wie bei den im Obergeschoss gezeigten Blättern ab und an von den starren Umrissen der geometrischen Form, gibt es Einiges zu entdecken. Manche Formen wirken wie auseinandergerissen, die zersprenkelten Strukturen der Farbpigmente schaffen weichere Übergänge, eine Kreisform taucht aus einem Farbraum auf und nimmt erst bei näherer Betrachtung genauere Konturen an.

Gerade wegen ihrer signalhaften Farbigkeit beanspruchen Geigers Bilder den Raum. Die dichte Hängung im Obergeschoss wirkt dem leider entgegen. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Von Freitag, 16. Januar, bis zum 27. Februar Rupprecht Geiger seine Bilder im Buschhüterhaus am Westwall.

Zum Abschluss präsentiert der Kunstverein am 27. Februar ein Künstlerporträt des Bayerischen Rundfunks.

Geiger studierte zunächst Architektur. Nach dem zweiten Weltkrieg wandte er sich der Malerei zu, hatte eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie.

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