Das Trio Slavin/Eldh/Lillinger aus Berlin gastierte im Jazzkeller.

Das Trio überraschte mit Jazz auf der Höhe der Zeit.
Das Trio überraschte mit Jazz auf der Höhe der Zeit.

Das Trio überraschte mit Jazz auf der Höhe der Zeit.

Dirk Jochmann

Das Trio überraschte mit Jazz auf der Höhe der Zeit.

Krefeld. Schon im Frühjahr hatte der Jazzklub im Jazzkeller mehrere Bands aus der zurzeit sehr rührigen Berliner Jazzszene präsentiert, nun holte man abermals ein Berliner Trio nach Krefeld. Altsaxophonist Wanja Slavin, frisch gekürter Träger des Deutschen Musikpreises Echo, der Schwede Petter Eldh am Kontrabass und Christian Lillinger am Schlagzeug verblüfften das fachkundige Kellerpublikum mit Jazz auf der Höhe der Zeit und ganz eigener Prägung.

Alle Akteure sind mit ihren Kompositionen vertreten

Alle Akteure tragen Kompositionen zum Repertoire bei, die einfache Songform ist unter den Arrangements die Ausnahme. So steht ein Standard von Duke Ellington etwas unvermittelt im Programm, fast klingt das Trio hier konventionell.

Ansonsten aber bestimmt das Collagenprinzip die Stücke. Da gibt es ständig Rhythmuswechsel, vom Rubato wird ins gebundene Spiel gewechselt und wieder zurück, mal wird beschleunigt, dann wieder verlangsamt. Wie eng und sicher dabei das Trio agiert, sich vor allem Lillinger am Schlagzeug und Eldh am Kontrabass miteinander verzahnen, das ist bemerkenswert – und Slavin schwimmt hier mal mit, dann gibt er wieder die Richtung vor.

Das Altsaxophon kann einem auch in den Händen begabter Spieler manchmal nur wie der näselnde kleine Bruder des Tenorsaxophons vorkommen, bei Slavin ist das deutlich anders. Sein Ton ist voll und kräftig, wenngleich er in den hohen Lagen auch lyrisch zu klingen vermag. Seine Geläufigkeit ist virtuos und sein melodisches Gespür außergewöhnlich. Die Jazztradition hat er hörbar verinnerlicht, aber immer wieder gleitet er auch ins harmonisch Freie hinüber, gebundenes und freies Spiel integriert er auf höchstem Niveau.

Lillinger am Schlagzeug wirbelt so locker und behände über die Trommeln, wie man es selten zu sehen bekommt. Und wie er die unterschiedlichsten Grooves – vom flirrenden Drum’n’Bass über den kantigen Rock bis hin zum jagenden Free-Jazz-Puls – in nie abreißendem Fluss hält, das hat schon höchstes internationales Niveau.

Eldh am Kontrabass ist Lillinger ein ebenbürtiger Partner. Mal wickelt er stoisch ein vertracktes Ostinato ab, dann rast er mit Lillinger wieder durch allerschnellste Tempi. Viel Applaus für ein außergewöhnliches Trio, zwei Zugaben.

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