David Werker überzeugt bei seinem ersten Soloauftritt als Student.

Der aus Krefeld stammende David Werker hat im Wohnzimmertheater Podio die Spielzeit eröffnet.
Der aus Krefeld stammende David Werker hat im Wohnzimmertheater Podio die Spielzeit eröffnet.

Der aus Krefeld stammende David Werker hat im Wohnzimmertheater Podio die Spielzeit eröffnet.

Dirk Jochmann

Der aus Krefeld stammende David Werker hat im Wohnzimmertheater Podio die Spielzeit eröffnet.

Krefeld. Wer die Saison-Premiere im Wohnzimmertheater mitgestalten darf, muss Talent haben. Das hat David Werker bereits im Kabarett-Komplott neben den Haudegen Rüdiger Höfken und Volker Diefes als junger Hüpfer unter Beweis gestellt. Deshalb durfte er jetzt mit dem ersten Soloauftritt ran.

Der Student lebt in einer 0,5-Zimmer-Wohnung und hat keinen Schimmer, was er einmal werden will: "Das heißt also, ich studiere Germanistik." Sein Lebensmotto: Der späte Wurm überlebt den Vogel. Seine Erkenntnis: Schmutziges Geschirr stinkt nicht, wenn man es einfriert. Dabei hat es mit dem Auszug zuhause gedauert: "Man wartet immer, dass die Eltern zuerst ausziehen."

Wenn er von durchzechten Nächten, Klausuren und der Mensa erzählt, sorgt er für Lachstürme, weil er selbst unter Prüfungsstress nie seine Beobachtungsgabe verliert. Diese Gabe Werkers löst Freudentränen beim Publikum aus, wenn er den Generationenkonflikt anhand einfacher Beispiele deutlich macht. So lästert er über seine Mutter: "Sie denkt, mit USB kann man Pakete verschicken und wenn sie mit dem Handy telefoniert hat, schaltet sie es immer ganz aus", um sich gleich selbst auf den Arm zu nehmen. "Wie soll ich sie denn erreichen, wenn ich nicht mit der Waschmaschine klarkomme?"

Wenn die ältere Generation mithält, ist es aber auch nicht recht. "Ich werde heute von allen Tanten per Facebook angeschrieben", klagt er und erschauert bei der Ankündigung: "Achtung, 14Tanten sind online." Andererseits schätzt er die neue Art der Kommunikation, um Frauen kennen zu lernen. "Früher musstest du raus gehen, heute bleibst du zu Hause und gehst ins Internet."

Der talentierte Jungspund kann auch anders: "Mich interessiert Moral erst, wenn man das M weglässt." Über die TV-Sendung Bay Watch mit Pamela Anderson sagt er: "Die Serie hätte als Hörspiel keinen Erfolg gehabt. Das einzig Flache daran ist die Story."

Das Wohnzimmertheater an der Jägerstraße geht in die 12. Spielzeit. Podio-Chef Rüdiger Höfken ist stolz darauf, dass ihm für die neue Saison bis Dezember bereits 1.400 Kartenbestellungen vorliegen. Interessenten sollten sich sputen, denn das Wohnzimmer fasst maximal 70 Besucher.

David Werker ist intelligent, aufgeweckt und redegewandt. Wenn er seine Lockerheit und seinen jugendlichen Charme behält und seinen Stil weiterentwickelt, wird man von dem Studenten aus Siegen mit Krefelder Abitur mit Sicherheit noch häufiger hören.

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