„Csárdásfürstin“ – Aufführung der begrenzten Möglichkeiten.

Operette
Junges Ensemble mit einer Operetten-Diva vom alten Schlag: Kálmáns „Csárdásfürstin“ wurde im Seidenweberhaus aufgeführt.

Junges Ensemble mit einer Operetten-Diva vom alten Schlag: Kálmáns „Csárdásfürstin“ wurde im Seidenweberhaus aufgeführt.

Andreas Bischof

Junges Ensemble mit einer Operetten-Diva vom alten Schlag: Kálmáns „Csárdásfürstin“ wurde im Seidenweberhaus aufgeführt.

Krefeld. Neben Johann Strauß und Franz Lehár ist Emmerich Kálmán der dritte populäre Operettenkomponist. Zu seinen schönsten Werken zählt die 1915 entstandene „Csárdásfürstin“. Als einmaliges Gastspiel des Ensembles „Johann-Strauß-Operette-Wien“ war das Stück zum Jahreswechsel im Seidenweberhaus zu erleben.

Das 1948 von Erich Schmidtke gegründete und heute von seiner Frau Evelyn geleitete Wiener Tourneetheater reist mit dem Stück derzeit durch ganz Deutschland. Das Publikum bekommt die Operette in klassischer Inszenierung zu sehen, ein wenig altmodisch, aber dennoch liebevoll gemacht. Die Möglichkeiten, was Ausstattung und Ensemble betrifft, sind begrenzt, aber man versucht, das Beste daraus zu machen.

Über weite Strecken hinaus gelingt das auch. So spielt das kleine, überwiegend aus jungen Musikern bestehende Orchester unter der Leitung von Bernd Leichtfried die wunderschönen Melodien Kálmáns mit viel Temperament. Die Musik ist es, die den Charme der Operette ausmacht, denn die Geschichte ist wie meistens in diesem Genre recht seicht. Der junge Fürst Edwin hat sich unstandesgemäß in die schöne Variétésängerin Sylva verliebt. Seine Eltern wollen ihn jedoch mit seiner Cousine Komtess Stasi verheiraten. Seine Freunde, die Grafen Boni und Feri-Bacsi, tragen jedoch dazu bei, dass sich am Ende die richtigen Paare finden. Boni gewinnt Stasi für sich und Feri-Bacsi deckt auf, dass Edwins Mutter nicht nur seine Jugendliebe, sondern ebenfalls Sängerin war. Da bleibt dem alten Fürsten nichts anderes übrig, als Edwin und Sylva den Segen zu geben.

Adrienne Láng singt und spielt die Sylva mit viel Temperament. Leider hat sie in Felix Muzlai einen schwachen Partner, der weder gesanglich noch darstellerisch als Edwin überzeugt. Sehr charmant und präsent gibt Dominik Söns den Grafen Boni, Anita Tauber als Stasi ist eine ebenbürtige Partnerin. Eine echte Operettendiva vom alten Schlag ist Nera Nicol. Als radschlagende alte Fürstin bekam die Sängerin, die einst mit Marika Rökk auf der Bühne stand, einen besonderen Applaus. Der Abend kommt beim überwiegend älteren Publikum gut an und das Ensemble kündigt am Ende das nächste Gastspiel an. Mit „Gräfin Mariza“ gibt es wieder einen Klassiker von Kálmán, der Termin steht noch nicht fest.

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