Das Heft für das neue Semester ist so dick wie nie – während in anderen Städten gekürzt wird.

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Auch ein Thema: Die US-Wahl und Barack Obama.

Auch ein Thema: Die US-Wahl und Barack Obama.

Auch ein Thema: Die US-Wahl und Barack Obama.

Krefeld. Anderswo streichen Volkshochschulen ihr Programm spürbar zusammen - nicht so in Krefeld. "Das ist das dickste Programmheft, das wir je hatten", sagt VHS-Chef Hansgeorg Rehbein. Auf rund 400 Seiten sind 1055 Veranstaltungen verzeichnet.

"Bei uns bringt ein Kurs mehr ein, als er kostet."

Hansgeorg Rehbein, VHS-Chef, zur Kostenstruktur der Krefelder VHS

Unter den 125 Referenten, die im ersten Halbjahr 2009 in Krefeld Vorträge halten, sind auch einige Prominente. Die Schauspielerin Martina Gedeck liest in der Friedenskirche aus Briefen der DDR-Schrifstellerin Brigitte Reimann (21. März), der Journalist Klaus Bednarz erzählt aus seinem Berufsleben (24. März), Adrian Linke, Schauspieler am Stadttheater, stellt sich vor (20. April).

Doch nicht nur die Namen, auch die Inhalte versprechen ein spannendes Semester: So wird die deutsche Geschichte anhand von Schnulzen aufbereitet: "Schlager lügen nicht" (23. April).

Es geht historisch um die Varusschlacht (28. Mai), politisch um die Nachwehen der US-Wahl (16. März), physikalisch um den weltgrößten Teilchenbeschleuniger in Genf (17. Februar). Exkursionen führen ins Brüsseler EU-Parlament, nach Brügge und in die Slowakei.

Hinzu kommen Sprachkurse, 228 an der Zahl, in 25 verschiedenen Sprachen, erstmals auch Hindi und Albanisch. "Wir wundern uns manchmal selbst, aber es gibt dafür eine Zielgruppe", sagt Rehbein. Beliebt sind auch EDV-Kurse für die ältere Generation, Prüfungsvorbereitung für Schüler und die Stadtrundgänge zu originellen Themen wie "Krefelder Liebes- und Ehepaare". "Da kommen die Leute in Scharen", erzählt Rehbein.

Das Programm des neuen Semesters liegt ab sofort aus: bei der VHS, im Rathaus, im Stadthaus, in den Bezirksverwaltungen, der Mediothek und in Buchhandlungen.

Samstag, 17. Januar, 12 bis 14 Uhr, danach am 20., 22., 27., 29. Januar und 3.,5. Februar, jeweils 16 bis 18 Uhr.

Ab sofort persönlich im VHS-Haus, telefonisch unter Ruf 86 26 64, per E-Mail an vhs@krefeld.de.

Das ist auch gut so, denn die Volkshochschule steht unter Erfolgsdruck. "Die öffentlichen Zuschüsse sind seit 2002 halbiert worden", sagt Rehbein. "Das war wirtschaftlich nicht leicht zu verkraften."

Doch statt Personal abzubauen und Angebote zu kürzen, hat die Krefelder VHS die Zahl der Kurse erhöht. "Bei uns bringt ein Kurs mehr ein, als er kostet", betont Rehbein - was natürlich nur für die reinen Kurskosten gilt, nicht für die laufenden Personal- und Sachkosten.

Um auch hier Geld dazu zu verdienen, übernimmt die VHS Projekte für andere Auftraggeber wie den Bund, die Europäische Union oder Privatunternehmen.

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