Rien van den Brand sichtet für „Die Heimat 88“ Dokumente und Zeitzeugenberichte. Die Ergebnisse stellt er im Stadtarchiv vor.

Rien van den Brand sichtet für „Die Heimat 88“ Dokumente und Zeitzeugenberichte. Die Ergebnisse stellt er im Stadtarchiv vor.
So sah einst Burg Krakau aus. Autor Rien van den Brand (Foto) sprach im Stadtarchiv an der Girmesgath über seine Recherchen.

So sah einst Burg Krakau aus. Autor Rien van den Brand (Foto) sprach im Stadtarchiv an der Girmesgath über seine Recherchen.

So sah einst Burg Krakau aus. Autor Rien van den Brand (Foto) sprach im Stadtarchiv an der Girmesgath über seine Recherchen.

So sah einst Burg Krakau aus. Autor Rien van den Brand (Foto) sprach im Stadtarchiv an der Girmesgath über seine Recherchen.

Andreas Bischof, Bild 1 von 3

So sah einst Burg Krakau aus. Autor Rien van den Brand (Foto) sprach im Stadtarchiv an der Girmesgath über seine Recherchen.

Der niederländische Autor Rien van den Brand hat im Geldernschen Archiv in Arnheim acht Seiten eines Rechnungsbuches des Beamten Goswin von Honseler entdeckt. Das klingt nicht so spektakulär, ist aber eine kleine Sensation. Denn es sind Dokumente und Zeitzeugenberichte über die Burg Krakau aus dem frühen 16. Jahrhundert, wie es sie bisher nicht gab. Sie belegen, dass die Burg ein großes Verwaltungszentrum war mit eigenem Archiv, Mühle, Kämmerer und Gefängnis.

Die Burg Krakau war in ihrer Bedeutung und Ausdehnung damals viel wichtiger als die Herrlichkeit Krefeld, die damals auch schon ihre Stadtrechte besaß. Trotzdem existieren über sie nur wenige Berichte aus dieser Zeit. „Umso wichtiger ist der Fund des Autors“, sagt Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs. Es dauerte einige Zeit, bis die alte niederländische Sprache übersetzt und verstanden war.

Die Erkenntnisse sind in der aktuellen Ausgabe von „Die Heimat“ nachzulesen. „Goswin von Honseler legt in seinem Bericht Rechenschaft ab über seine Amtszeit als Drost, also als Beamter, von 1522 bis 1530“, berichtet Rien van den Brand. „Er enthält einige interessante Details, die uns etwas über das Treiben der Burg Krakau zeigen.“ So musste für die vielen in der Burg Krakau stationierten Soldaten auch viel Bier gebraut werden, was mit der mangelhaften Brauerei zunehmend schwierig wurde. „Bei einer Inspektion wurden darüber hinaus verschiedene Lecks entdeckt. Das Schieferdach musste zum großen Teil erneuert werden, damit die Tonnen kostbaren Schießpulvers trocken gelagert werden konnten.“

Aus weiteren Rechnungsposten von Goswin geht hervor, dass Krefeld auch eine zweite Mühle in Gebrauch hatte, die einer Instandsetzung bedurfte. Die kleinen Bleiglasfenster der Burg bedurften ständiger Wartung. „Zu diesem Zweck holte man die Glasmacher aus dem Land Moers hinzu, um sie zu reparieren.“ Damit die Nachtwächter der Burg in den Nächten mit viel Unruhe weder Lust noch Kraft verloren, musste der Drost ihnen mit zusätzlichen Vergütungen entgegen kommen. Teile der Burg erstreckten sich damals vom Hohen Haus über Bogen-, von Beckerath- und Cracauer Straße. 1720 bis 1724 wurde aus den Bruchsteinen der geschleiften Burg Cracau das Schlösschen Cracau – auch Cracauen genannt – gebaut. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand aus dem gleichen Material und im gleichen Stil das „Hohe Haus“. In Cracauen wohnte fortan die Familie von Beckerath, die dort eine Seidenfärberei betrieb. Das Schlösschen wurde 1943 völlig zerstört, das „Hohe Haus“ jedoch überlebte den Zweiten Weltkrieg. Richter: „Wir haben angefragt und von der Familie von Beckerath die Erlaubnis erhalten, Fotos von drei Gemälden des Schlosses und dem ,Hohen Haus’ für den Artikel von Rien Van den Brand in der aktuellen Ausgabe Nummer 88 der ,Heimat’ veröffentlichen zu dürfen.“ Der niederländische Autor will zu dem Thema weiter forschen.

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