Der Krefelder Kunstverein hat seine seine Unterlagen an das Stadtarchiv übergeben.

Der Krefelder Kunstverein hat seine seine Unterlagen an das Stadtarchiv übergeben.
Presseberichte, Journale, Verträge und Korrespondenzen: Die Sammlung des Kunstvereins ist riesig. Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins, übergibt Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs, große Teile davon.

Presseberichte, Journale, Verträge und Korrespondenzen: Die Sammlung des Kunstvereins ist riesig. Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins, übergibt Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs, große Teile davon.

Jochmann

Presseberichte, Journale, Verträge und Korrespondenzen: Die Sammlung des Kunstvereins ist riesig. Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins, übergibt Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs, große Teile davon.

Krefeld. Ein Jubiläum ist oft Anlass, in die Vergangenheit zu schauen. Das hat jetzt der Krefelder Kunstverein getan, der im kommenden Jahr auf eine 135-jährige Geschichte blicken kann. Ein Zeitraum, in dem sich viel Material angesammelt hat, das auch wertvolle Quellen birgt.

Um eine sorgfältige Dokumentation auch für die Zukunft sicher zu stellen, hat der Vorstand des Vereins große Teile seines Archivs dem Stadtarchiv übergeben. „Es handelt sich um zwölf Meter laufende Akten“ teilt Stadtarchivsleiter Olaf Richter mit.

Viele Unterlagen eignen sich als Primärquellen für die Arbeit

Darunter sind vor allem Verträge, Journale, Korrespondenzen, Presseberichte, sowie einige Fotos und Filme. Der Zeitraum ist von 1911 bis heute. „Es ist ein großer Gewinn für das Haus“, freut sich Richter. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass man zukünftig verstärkt mit Primärquellen arbeiten kann. Dass dabei der ein oder andere interessante Kontakt auftaucht, hat sich bei einer ersten Sichtung gezeigt.

So gibt es eine Korrespondenz des Kunstvereins mit Rudolf Augstein. Dieser hatte eine Arbeit von George Grosz aus seinem Besitz für eine Ausstellung ausgeliehen. Das war 1970 und die aufwendig gestaltete Einladungskarte zu dieser Schau ist ebenfalls erhalten. Der Kunstverein, der 1883 als „Crefelder Museumsverein“ gegründet wurde, hat im Laufe seiner Geschichte eine interessante Entwicklung vollzogen.

Als wesentlicher Initiator der Gründung des Kaiser-Wilhelm-Museums war der Verein mit dem Museum bis 1970 aufs Engste verknüpft. Das zeigt sich auch darin, dass der damalige Museumsdirektor Paul Wember zugleich Geschäftsführer des Vereins war. 1970 verabschiedete der Verein eine neue Satzung und nennt sich seither Krefelder Kunstverein.

Mit dieser Neuorientierung waren auch andere Aufgaben verbunden. Mehr denn je lag seitdem die zeitgenössische Kunst im Fokus des Interesses. Mit der Gründung einer Malschule kamen auch verstärkt pädagogische Ziele hinzu.

Auch für Themen der Stadtplanung und für den Erhalt historischer Gebäude hat der Kunstverein sich seitdem immer stark engagiert. „In über dreißig Jahren habe ich verschiedene Vorsitzende und Richtungen erlebt“ sagt die heutige Vorsitzende Elke Meyer-Michael und betont: „Die Zeit der Aufregungen ist vorbei.“ Die Aufgaben des Vereins, der heute 750 Mitglieder zählt, haben sich daher etwas verändert.

Die Ausstellungen, Vorträge und Kunstreisen haben immer noch einen Bildungsaspekt, und sollen dabei Freude und Neugier auf Kunst vermitteln. „Wir wollen Vielfalt zeigen, um die Gegenwart zu verstehen“, sagt Meyer-Michael.

Ein wichtiges Mittel dazu sind Kooperationen und so arbeitet der Kunstverein seit vergangenem Jahr verstärkt mit dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein zusammen. „Transmitter“ heißt das Projekt, das mehrere Ausstellungen und Diskussionsrunden umfasst.

Auch Richter findet es wichtig, neben dem Aufbewahren des Materials auch die Bedeutung für die Gegenwart deutlich zu machen. So soll im nächsten Jahr eine kleine Chronik erscheinen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer