Monteverdis Marienvesper wurde in der Pfarrkirche Zu den heiligen Schutzengeln mit historischen Instrumenten aufgeführt.

konzert
Die Chitarrone gehörte zu den besonderen Instrumenten, die eine historische Aufführung der Marienvesper von Monteverdi ermöglichten.

Die Chitarrone gehörte zu den besonderen Instrumenten, die eine historische Aufführung der Marienvesper von Monteverdi ermöglichten.

Jochmann

Die Chitarrone gehörte zu den besonderen Instrumenten, die eine historische Aufführung der Marienvesper von Monteverdi ermöglichten.

Krefeld. Die Erwartungen an dieses Konzert waren hoch. Claudio Monteverdis Marienvesper aus dem Jahr 1610 - Vespro della Beata Vergine - ist in historischer Aufführungspraxis wahrlich nicht alle Tage zu hören. Schon allein das Stimmen der Instrumente in der Schutzengelkirche lässt besondere Klangerlebnisse ahnen - so anders klingen Barockgeigen, Zinken und Chitarrone, die mit ihrem langen Hals schon fast die Spielerin der Truhenorgel belästigt.

Ein fast schon exotisches Klangerlebnis

Dazu passt auch der große Andrang. Jeder Sitzplatz in der Kirche scheint besetzt, einige müssen sogar stehen. Den einleitenden Versikel „Domine ad adiuvandum“ beginnt der Tenor Benjamin Kirchner; der Cantate Chor Krefeld und das Instrumentalensemble Concerto Vivo stimmen unter der Leitung von Christoph Scholz etwas später ein. Sofort taucht der Zuhörer in eine fremde, weit zurück liegende, fast schon exotisch anmutende Klangwelt ein. Der italienische Frühbarock breitet sich in der Oppumer Kirche aus.

Karin Gyllenhammer und Ariane Gdanitz (beide Sopran), Christine Wehler (Alt) und die beiden Tenöre Benjamin Kirchner und Jörg Nitschke sowie der Bariton Gregor Finke bilden fast einen solistischen Kammerchor. Die Spezialisierung der Sängerinnen und Sänger auch auf Alte Musik wird schnell deutlich, ihre Ausdrucksstärke und Perfektion im Einklang mit dem Orchester und dem Chor ist ein Genuss.

In Gesellschaft dieser Profis der Musik des 17./18. Jahrhunderts läuft der Chor zur Bestform auf. Fein nuanciert trägt er seinen Teil zum Konzert bei. Die exzellente Aussprache macht es fast zu einem Vergnügen, die Lateinkenntnisse herauszukramen und den Psalmen sowie anderen Gesängen inhaltlich zu folgen. Das Spiel mit dem Echo-Effekt - durch unterschiedliche Platzierung der Tenöre - gibt dem Gesang weitere Dimensionen.

Das spannendste Hörerlebnis bieten die Passagen, in denen nur einige der Solisten vom Orchester begleitet werden, so zum Beispiel beim dritten Stück „Nigra sum“, bei dem Benjamin Kirchner von der Chitarrone begleitet wird. Ein wunderbares Duo - wie aus einer anderen Welt. Himmlisch sind auch das Concerto „Audi coelum“ (Himmel höre . . . ) und zuvor bereits das Duo Seraphim, zu dem Violone, Cello, Chitarrone und Truhenorgel als Basso continuo den beiden Tenören einen feinen Klangrahmen liefern.

Diesem akustischen Genuss stehen die Soli der Sängerinnen um nichts nach. Die Sonata sopra „Sancta Maria ora pro nobis“ bringt ihre klaren und raumfüllenden Stimmen herrlich heraus und lässt auch die Feinheiten der historischen Instrumente deutlich werden. Ein herausragendes Konzert exzellenter, gleichrangiger Partner, das die hoch gesteckten Erwartungen noch zu übertreffen vermochte, erhielt den gebührenden Applaus.

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