Theresia Enzensberger gab im Literaturhaus Einblicke in ihr Werk.

Die junge Autorin hat für das Buch viel recherchiert.
Die junge Autorin hat für das Buch viel recherchiert.

Die junge Autorin hat für das Buch viel recherchiert.

abi

Die junge Autorin hat für das Buch viel recherchiert.

Krefeld. Luise Schilling ist eine erfundene Figur. Den Kreis jedoch, in dem sie sich bewegt, hat es wirklich gegeben: Theresia Enzensberger verortet ihren ersten Roman „Blaupause“ am Bauhaus in Weimar und Dessau und im Berlin der 20er Jahre. Im Rahmen von „Mehr Mies“, den 15. Krefelder Architekturtagen, las sie aus ihrem Roman.

Da es sich um eine Kooperation mit dem Niederrheinischen Literaturhaus handelte, moderierte Dorian Steinhoff, der sonst den Jugendbuchclub an der Gutenbergstraße betreut. Er stellte der Autorin in der Villa Haus Esters Fragen zu Inhalt, Thema, Schreib- und Arbeitsweise, die sie heiter und temperamentvoll beantwortete. „Ich habe fünfmal angefangen bis ich zum Ton meines Romans gefunden habe“, sagt Theresia Enzensberger,

Sie lässt ihre Hauptfigur in der Ich-Form und in der Gegenwart erzählen und verwendet eine schnörkelfreie Sprache. Das hat sie entschieden, um die Nähe zur Gestaltungsvorstellung im Bauhaus zu zeigen: „Man kann eine Geschichte aus den 20er Jahren nicht erzählen, ohne auf „Form follows function“ einzugehen.“ Theresia Enzensberger hat für den Roman um Luise Schilling viel recherchiert: „Ich hatte so viel Material, dass ich entscheiden musste, was überhaupt hineinkommt.“ Sie hat sich zum Beispiel gefragt, ob es das abfällige Wort „Bulle“ für Polizisten schon gab. Sie hat es in Döblins zeitgenössischem Roman „Berlin Alexanderplatz“ häufig gefunden.

Luise Schilling begegnet in der ersten vorgelesenen Szene dem Professor Gropius, der als distanzierter Professor geschildert wird. Später trifft sie auf Johannes Itten, und der Zuhörer bekommt eine gute Vorstellung von dem esoterischen Zirkel um diesen Lehrer am Bauhaus. Man lernt auch die kapriziöse rothaarige Freundin Sidonie kennen.

Theresia Enzensberger entfaltet ein Tableau der 20er Jahre, in dem Kunst und Leben, Studien und Liebesgeschichten Hand in Hand gehen. Welche persönlichen, familiären, beruflichen Konflikte, die immer auch einen gesellschaftspolitischen und feministischen Aspekt haben, sich entfalten, ist nachzulesen in:

» Theresia Enzensberger, Blaupause. Hanser Verlag 2017, 22 Euro.

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