Die Krimis von Leenders/Bay/Leenders sind längst kein regionales Phänomen mehr.

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Hiltrud Leenders und ihr Mann Artur (M.) schreiben die Krimis mit Michael Bay, so auch „Kesseltreiben“.

Hiltrud Leenders und ihr Mann Artur (M.) schreiben die Krimis mit Michael Bay, so auch „Kesseltreiben“.

T. Pritschet, Bild 1 von 2

Hiltrud Leenders und ihr Mann Artur (M.) schreiben die Krimis mit Michael Bay, so auch „Kesseltreiben“.

Krefeld. Jeden Dienstagabend sitzen die drei zusammen und spinnen einen Faden: So entsteht der Plot für die Romane des Krimi-Trios vom Niederrhein. Hiltrud Leenders, ihr Mann Artur und Michael Bay profitieren mit ihrer Arbeitsmethode von ihren gesammelten beruflichen und persönlichen Erfahrungen.

Die Mischung stimmt: Lyrikerin, Psychologe und Unfallchirurg

Hiltrud Leenders ist Schriftstellerin, Übersetzerin, Lyrikerin, kann mit Worten umgehen. Sie bringt die Geschichten zu Papier. Handlung und Figurenführung denken die drei sich im Gespräch aus. Mit Beweggründen kennt sich Psychologe Michael Bay aus, Artur Leenders hat als Unfallchirurg Erfahrung mit Schmerz und Tod.

Zu dritt entwickeln sie den Gedanken schlüssig weiter. Der Anstoß für eine Geschichte kommt mal aus der Gegenwart, mal aus der Zeitgeschichte. Für ihren neuen Krimi "Kesseltreiben" war eine Fernsehsendung über Karnevalssitzungen in den 60er-Jahren die Inspiration.

"Da wurde die Atmosphäre jener Zeit noch mal bei uns wach", sagt Hiltrud Leenders. Eine politisch eher rechtslastige Stimmung, die für Hippies, Flower-Power und Frauenbewegung so gar kein Verständnis aufbringt. Und genau darum geht es dann auch in "Kesseltreiben".

"Die Rückblenden habe ich an einem Stück geschrieben", sagt Hiltrud Leenders. "Erst danach haben wir das in einzelne Abschnitte aufgeteilt." Darin geht es um den Mord an einem jungen Mann im Ort Kessel. Das Kaff gehört zu Goch, kommt auch in den Geschichtsbüchern vor. Fiktiv sind Plot und Ermittlerteam. Wichtig ist dabei Leserliebling Josef Ackermann, der gar nicht zur Mordkommission gehört. "Er kann sich an die Zeit dort erinnern", erklärt die Schriftstellerin, "deswegen ist er dabei."

Bei den anderen Mitgliedern der Mordkommission gibt es allerhand Veränderungen: "Das wird sonst auch langweilig für uns," erklärt Leenders. Spannend an dem neuen Roman ist die Auflösung des Falls, besonders ist die sehr dichte Atmosphäre.

"Dieses Buch", fasst Hiltrud Leenders zusammen, "geht über die Regionalität hinaus". Jetzt kommen die Fanbriefe auch aus anderen Teilen des Landes, nicht nur vom Niederrhein. Eine Lesereise führt bis Ende Juni durch ganz NRW. Und dann denken die drei sich einen neuen Fall aus.

Kesseltreiben, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Originalausgabe, 256 Seiten, 8,95 Euro.

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