Alfred van Cleff eröffnete auf dem Egelsberg den Literarischen Sommer in Krefeld.

Alfred van Cleef eröffnete auf dem Egelsberg den Literarischen Sommer in Krefeld.
Alfred van Cleef eröffnete auf dem Egelsberg den Literarischen Sommer in Krefeld.

Alfred van Cleef eröffnete auf dem Egelsberg den Literarischen Sommer in Krefeld.

Andreas Bischof

Alfred van Cleef eröffnete auf dem Egelsberg den Literarischen Sommer in Krefeld.

Krefeld. Wolken schieben sich vor die Abendsonne, ein Vorhang bauscht sich in leichter Brise: Auf dem Egelsberg beginnt der Literarische Sommer in Krefeld. Der Niederländer Alfred van Cleef liest aus dem Buch „Die verborgene Ordnung“. Nach „Die verirrte Insel“ ist dies das zweite, das in deutscher Übersetzung vorliegt.

Im Mies-Pavillon haben sich die Literaturfreunde eingefunden. Viele kommen zu Fuß durch die Felder geschlendert, manche radeln hinauf – die Lesung findet an einem wirklich einzigartigen Ort statt. Denn Ende Oktober wird der Pavillon abgebaut.

Moderatorin Maren Jungclaus vom Kulturbüro Düsseldorf nannte das Projekt Mies denn auch einen „idealen Ort“, weil der Autor und der Architekt beide von einer bestimmten und klaren Ordnung fasziniert seien.

Immer mit dem GPS-Gerät in der Hand, das die Koordinaten vorgibt

Van Cleef nämlich nimmt die gedachte Linie des Nullmeridians als Rückgrat seines Buches. Er ist 4800 Kilometer durch acht Länder auf zwei Kontinenten gereist, immer an der Linie 00 Grad 00 Minuten 00 Sekunden östlicher Länge entlang.

Der Mann aus dem Land am Meer begann seine Reise am Ufer der englischen Nordsee und beendete sie im Golf von Guinea. Immer mit dem GPS-Gerät in der Hand, das ihm die Koordinaten vorgab.

Alfred van Cleef, Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians. Mare Verlag, 2012

Alfred van Cleef wurde 1954 in Amsterdam geboren. Als Journalist berichtete er für Tageszeitungen, Wochenzeitschriften und Radio nicht nur aus fast allen Länder Europas, sondern auch aus Afrika und Asien. Er war jahrelang reisender Auslandreporter für die Niederländische Qualitätszeitung NRC Handelsblad, wo er 1993 bis 1996 während des Krieges in Bosnien-Herzegowina Balkan-Korrespondent war. Alfred van Cleef ist heute als freier Schriftsteller tätig. Er lebt in Amsterdam.

Die nächste Lesung in Krefeld: Am 18. Juli liest Olga Grjasnowa aus ihrem Buch „Ein Russe ist einer, der die Birken liebt“, Mediothek 20 Uhr. Am 1. August liest Annelies Verbeke aus ihrem Buch „Fische retten“ in der Fabrik Heeder, Studiobühne Virchowstraße, 20 Uhr.

Für den Abend auf dem Hügel nun hat van Cleef ein ganzes Manuskript vorbereitet. Darin liefert er zunächst einige Erklärungen zum Meridian: Es gebe zwecks Zeitberechnung einen in Paris, einen in Moskau und auch sonst noch ein paar. Aber geeinigt habe man sich auf die Linie, die durch Greenwich verläuft. Sie hat van Cleef auf dem Globus entdeckt und auf gesammelten Landkarten mit dem Leuchtstift markiert.

Was er dann gesehen und erlebt hat, findet sich in flüssiger journalistischer Schreibe in seinem Buch. „Es ist eine geographische und soziologische Erzählung“, sagt van Cleef. Und seinen Zuhörern präsentiert van Cleef auch noch eine Reihe von Fotos, die er unterwegs aufnahm. Immer dabei: Selbstporträts, bei denen er die Finger zu einem Kreis zusammenführt – Zeichen für den Fuß auf seinem Meridian ankommt.

Aber auch viele Aufnahmen von den Menschen, denen er begegnete. Wenn es nicht mit Englisch, Spanisch oder Französisch ging, so hat er Dolmetscher um Vermittlung gebeten. Auf dem Hügel hat er das nicht gebraucht – begeisterter Applaus für seinen humorvollen Vortrag.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer