Die Ausstellung von Ludger Gerdes ist noch bis zum 22. Januar 2017 im Haus Lange zu sehen.

Krefeld. Die Kunstmuseen Krefeld widmen dem Künstler Ludger Gerdes (1954 bis 2008) eine erste große Retrospektive mit der Ausstellung „Von Angst bis Wollen“ im Museum Haus Lange. Um Ludger Gerdes wurde es Ende der 1990er-Jahre still. In der Folgezeit sind seine Arbeiten immer seltener ausgestellt worden.

„Wir wollen mit der Ausstellung den Blick wieder auf seine Werke lenken“, sagt Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld und Kuratorin der Ausstellung.

Im Museum an der Wilhelmhofallee sind Skulpturen, Installationen, Gemälde, Papierarbeiten wie auch Fotoarbeiten und eine Diaprojektion ausgestellt. Rund 60 Arbeiten geben einen lebendigen Einblick über das Gesamtwerk, das sich zwischen 1976 und 2008 spannt. Die Ausstellung endet am 22. Januar. Anschließend wird sie in der Kunsthalle zu Kiel zu sehen sein.

Die Anfänge seiner Arbeiten in den späten 1970er-Jahren, als sich viele künstlerische Elemente bereits verfestigten, sind ebenso in Krefeld vertreten wie das skulpturale Hauptwerk der 1980er-Jahre und die fast noch unbekannten Fotoarbeiten, die nach 2003 entstanden. Gerdes’ Kunst basiert auf architektonischen Zitaten, Metaphern, Abstraktionen und Figurationen, Inszenierungen, der Bildhaftigkeit von Skulptur und auf Wortakrobatik. Diese wiederkehrenden Bausteine setzt er zu Denkmodellen und Erzählungen zusammen, deren Struktur beziehungsweise Ende offen angelegt ist.

Ludger Gerdes studierte an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gerhard Richter. Zusammen mit Harald Klingelhöller, Wolfgang Luy, Reinhard Mucha und Thomas Schütte schrieb Gerdes in den frühen 1980er-Jahren Kunstgeschichte als die so genannten „Düsseldorfer Modellbauer“, eher eine Diskussionsgemeinschaft. Unter dem Titel „c/o Haus Esters“ stellten sie gemeinsam 1984 in dem Krefelder Museum aus. Gerdes kehrte fünf Jahre später mit einer Einzelausstellung zurück, in deren Zusammenhang das Kunstwerk „Ichs“ von ihm selbst im Garten von Haus Esters aufgestellt wurde.

Die ebenfalls gelb leuchtende Installation „Nie“ wurde für die aktuelle Präsentation nun an die Hausfront von Haus Lange montiert. Für die Ausstellung 1984 in Haus Esters schuf Gerdes das Denkmodell „Bau-Bild Krefeld, Gartenfragment“, das als Gast aus dem Musée d’art moderne et contemporain de Saint-Étienne-Métropole nun (fast) an den Ort seiner Entstehung zurückkehrt.

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