Yves Kleins berühmter Raum der Leere ist geöffnet.

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Auch Restaurator Sebastian Köhler darf nur mit Filzpantoffeln in Yves Kleins legendären Raum der Leere, der ab morgen geöffnet ist.

Auch Restaurator Sebastian Köhler darf nur mit Filzpantoffeln in Yves Kleins legendären Raum der Leere, der ab morgen geöffnet ist.

Dirk Jochmann

Auch Restaurator Sebastian Köhler darf nur mit Filzpantoffeln in Yves Kleins legendären Raum der Leere, der ab morgen geöffnet ist.

Krefeld. Ein sieben Quadratmeter großer leerer Raum, komplett in Weiß gestrichen, durch eine Neonröhre an der Decke in künstliches Licht getaucht. Schon ein kurzer Aufenthalt hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung. "Kaum ein Kunstwerk wirkt so unmittelbar physisch auf den Menschen", sagt Museumsdirektor Martin Hentschel über den berühmten Raum der Leere, den Yves Klein 1961 im Haus Lange geschaffen hat.

Nach vielen Jahren ist diese Ikone der modernen Kunst ab Sonntag für eine Woche der Öffentlichkeit zugänglich. Die Intervention "Yves Klein - le Vide" steht in Zusammenhang mit einer in der Kunsthalle Bern und dem Pariser Centre Pompidou gezeigten Ausstellung "Voids - eine Retrospektive über leere Ausstellungen". Krefeld bildet eine Art Außenstelle. "Es ist eine Gelegenheit, den Raum wieder stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu bringen. Wir haben hier einen Schatz, der in unserer Sammlung ganz hoch anzusiedeln ist", sagt Hentschel. Der Raum sei "Kunst im Urzustand".

1961 war er Teil der legendären Ausstellung "Yves Klein - Monochrome und Feuer". Museumschef Paul Wember bescherte dem Künstler damit seine erste und zu Lebzeiten einzige Museumsschau. Damals konnte man den Raum durch eine zweite Tür verlassen, die inzwischen zugemauert ist. "Die Wirkung ist mit einer Tür noch stärker", so Hentschel. Auf eine Wiederherstellung hat er bewusst verzichtet. Restaurator Sebastian Köhler hat den Raum behutsam gereinigt. "Der Zustand ist nun nahezu authentisch" stellt er fest.

Deshalb dürfen Besucher nur einzeln und mit Filzpantoffeln in die weiße Leere eintauchen. Leer bleiben auch die übrigen Räume im Haus Lange. Allerdings kann man sich einen Film ansehen, der die Ausstellung 1961 dokumentiert. Köhler entdeckte ihn im Pariser Yves Klein-Archiv, er war in Krefeld bisher nicht bekannt.

Haus Lange: 20.-27. September, 11 bis 17 Uhr, Mo. geschl.; So., 11.30 Uhr: Gespräch mit Zeitzeugin; 23. September, 20 Uhr: Vortrag über Restaurierung; 27. September, 15 Uhr: Führung.

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