Bilder von Nicole Bottet sind in der Galerie Peerlings zu sehen.

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Marc-Andreas Berger von der Galerie Peerlings präsentiert ein Werk von Nicole Bottet.

Marc-Andreas Berger von der Galerie Peerlings präsentiert ein Werk von Nicole Bottet.

Dirk Jochmann

Marc-Andreas Berger von der Galerie Peerlings präsentiert ein Werk von Nicole Bottet.

Krefeld. Ihre Bilder wirken wie aus einer anderen Zeit. Fragmente alter Briefe mit geschwungenen Schriftzügen sind in den Malgrund ebenso eingearbeitet wie vergilbte Papierstücke oder verblasste Abbildungen. Nicole Bottet kreiert daraus collagenartige Stillleben in gedämpften Farben, die auf besondere Weise in sich ruhen. Die Arbeiten der französischen Künstlerin sind derzeit in der Galerie Peerlings zu sehen. Bereits vor sechs Jahren widmete die Galerie ihr eine Einzelausstellung im Rahmen von "Kunst in Krefeld".

Bottets Bilder changieren zwischen Malerei und Zeichnung. Ein einzelner Blütenzweig, eine exotische Blume wie die Amaryllis, all das gibt sie mit expressiven Linien wieder. Nicht allein die naturgetreue Wiedergabe steht im Vordergrund, manches rückt fast in die Nähe abstrakter Formen. Das erzeugt eine Spannung in den Bildern, die sich dadurch von oberflächlicher Schönheit abgrenzen. Die vielfältige Gestaltung der Oberfläche lädt das Auge des Betrachters zu besonderer Spurensuche ein.

Eine Mischung aus Stille, Transparenz und Kostbarkeit

Gedämpfte Farbtöne in Rot oder Grün, Spuren von Blattgold und die in die Fläche eingearbeiteten hauchdünnen Papiere vermitteln eine besondere Mischung aus Stille, Transparenz und Kostbarkeit. Ein Hauch von Vergangenheit weht von diesen Bildern herüber, der manchmal morbide Charakter der Blüten und Blätter einen besonderen Reiz entwickelt. Das kann mal mehr mal weniger dekorativ wirken, doch gerade bei den kleinformatigen Bildern gibt es Überraschendes zu entdecken.

"Bon du Tresor" hat die Künstlerin ein nur 47 mal 30Zentimeter großes Bild genannt, dass eine interessante Verbindung thematisiert. Ein alter Stich, der einen pompös gestalteten Altar zeigt, ist mit einem alten französischen Geldschein in die Malfläche eingearbeitet. Ein goldener Kelch ergänzt das Ganze zu einem Bild mit durchaus kritischem Unterton. Doch auch diese Arbeit kommt leise daher, will in Ruhe betrachtet und entdeckt werden.

Bottets Bilder sind nichts für eine flüchtige Wahrnehmung, man muss erst innehalten und sich auf sie einlassen, dann erzählen sie nach und nach von sich. Unter all den dünnen Papier-und Farbschichten bleibt eine Spur von Geheimnis erhalten.

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