Alle wollen „Pilles“ Laden vor dem Aus retten. Doch die wichtigste Hürde kommt noch.

„Pille“ Peerlings will die Kulturrampe erweitern. Dazu müsste Malermeister Udo Adamec mit seinem Lager umziehen.
„Pille“ Peerlings will die Kulturrampe erweitern. Dazu müsste Malermeister Udo Adamec mit seinem Lager umziehen.

„Pille“ Peerlings will die Kulturrampe erweitern. Dazu müsste Malermeister Udo Adamec mit seinem Lager umziehen.

Dirk Jochmann

„Pille“ Peerlings will die Kulturrampe erweitern. Dazu müsste Malermeister Udo Adamec mit seinem Lager umziehen.

Krefeld. Im schummrigen Halbdunkel der Kulturrampe hat die Hoffnung an diesem Abend diverse Lichtlein angezündet. Wo man hinschaut, herrscht guter Wille. Die versammelte Politik aller Fraktionen will Markus "Pille" Peerlings und seinem kleinen Club helfen.

Das Liegenschaftsamt ist "kräftig dabei, eine Lösung zu finden". Und die anwesenden Musiker, Gastwirte und Nachbarn stehen auch auf Seiten der Rampe.

"Wenn ich einmal eine Speckschwarte schmeiße, muss ich bald einen ganzen Metzgerladen kaufen."

Michael Ahlers, Liegenschaftsamt

Doch einer fehlt in der harmonischen Runde, die der Krefelder Kreis zusammengetrommelt hat: Malermeister Udo Adamec hat abgesagt. Die Debatte, in die er seit Monaten wider Willen hineingezogen wird, hängt ihm zum Hals heraus.

Er nennt sie "irreführend". Und teilt der WZ unmissverständlich mit: "Ich werde meinen Malerbetrieb am derzeitigen Standort nicht aufgeben."

Falls diese Entscheidung so endgültig ist, wie sie klingt, wird die allseitige Zuversicht der Rampe nichts nützen. Die dringend nötige Erweiterung wird ohne Adamecs Auszug unmöglich. Der Club, der für junge Bands und die alternative Szene so wichtig geworden ist, stünde vor dem Aus.

Der Musikclub wird von einem Verein betrieben, der am Großmarkt nach eigenen Angaben 40 000 Euro investiert hat. Doch der Laden rechnet sich nicht, so lange kein Nebenraum da ist, in dem die Gäste nach Konzerten noch ein Getränk nehmen können. Ohne Erweiterung steht die Rampe vor dem Aus.

Da eine Verlagerung von Kühlräumen der ansässigen Restaurants unbezahlbar ist, bleibt nur der Auszug zweier Mieter. Während der eine offenbar gewillt ist, der Rampe Platz zu machen, ziert sich Malermeister Udo Adamec bislang, mit seinem Lager umzuziehen. Auch er hat viel Geld in seine Halle investiert.

Michael Ahlers will in den nächsten Tagen mit Adamec sprechen und das Ergebnis nächste Woche im Rat vorstellen.

Doch so schnell will Michael Ahlers nicht aufgeben. Der Mann vom Liegenschaftsamt will das Vier-Augen-Gespräch mit Adamec suchen. Er hat Verständnis für die Situation des Handwerkers.

"Leute reagieren so, wenn sie in die Enge getrieben werden", sagt Ahlers. "Wenn man morgens um sieben Anrufe bekommt, dass man seinen Laden aufgeben soll, dann macht das viel kaputt."

Fakt ist, dass Udo Adamec in sein Lager am Großmarkt viel investiert hat. "Und was wir ihm als Ersatz anbieten können, ist auf jeden Fall eine Verschlechterung", sagt Ahlers. Denn jede neue Halle müsste erst wieder mühsam hergerichtet werden. Die Stadt ist dazu nicht bereit.

"Die Boxen werden bewusst so angeboten, wie sie sind", sagt Ahlers. Eine Bevorzugung eines Mieters werde es nicht geben: "Wenn ich einmal eine Speckschwarte schmeiße, muss ich bald einen ganzen Metzgerladen kaufen."

Auch eine Kündigung schließt Ahlers aus: "Wir reden hier von langjährigen, guten Mietern."

Bleibt der Weg, Udo Adamec zu überzeugen. "Dafür brauchen wir jetzt zwei, drei Tage Ruhe", betont Ahlers. Sollte es gelingen, steht nach wir vor das Angebot der Krefelder Musiker Initiative, dem Maler beim Umzug und der Renovierung seines neuen Quartiers zu helfen.

Für den Erhalt der Rampe packen alle mit an.

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