Bei einem Streifzug hat die WZ federleichtes Porzellan und Vorhänge aus Messing entdeckt.

Krefeld. "Das muss noch ein bisschen trocknen." Behutsam klopft Knut Michalk an die unscheinbare Gipsform. Im Inneren befindet sich Porzellanschlicker, der in eine Eulenform gegossen ist. Erst wenn die flüssige Masse gut getrocknet ist, lässt sie sich aus der Form lösen. Das fertige Exemplar, ein origineller Salzstreuer, ist im Nebenraum zu bewundern.

Die Gebrauchskeramik ist individuell und sogar bezahlbar

In einem alten Speicher an der Ispelsstraße befindet sich seit vier Jahren das Atelier "Porzellan", das bei der Herbstausgabe des A-Gangs als Gast dabei ist. Das unmittelbare Nebeneinander von Werkstatt und Ausstellungsraum machen den Reiz dieses Ortes aus. Michalk, Designer und Fachlehrer für Porzellan an der Hochschule Niederrhein, lässt den Besucher am komplizierten Herstellungsprozess teilhaben.

Die kleine Eule zählt für ihn zu den leichten Übungen. Doch bei einer Tasse muss er den Henkel auf den Punkt genau anpassen. "Nachträgliche Korrekturen sind da nicht mehr möglich", sagt der Künstler. Eine schlichte, zeitlose Eleganz zeichnet die Stücke aus, die Michalk und seine Frau Gilda in der Ausstellung präsentieren. Die Gebrauchskeramik, die sich wohltuend von der Masse absetzt, ist zudem bezahlbar.

Ähnliches gilt für den hübschen Schmuck, den Lisa Düsterheft aus farbigen Porzellanplättchen und Silber anfertigt. "Viele verbinden mit Porzellan etwas Schweres, ich möchte mit meinem Schmuck das Feine und Leichte des Materials hervorheben" sagt die Künstlerin.

Was man mit Wolle alles machen kann, zeigt Hella Klinkenberg in Jaris Atelier an der Martinstraße. Ihre "gehäkelten Verstrickungen" in Form von Kleidern, Stulpen und einem reizvollen Mieder hat sie in Konfrontation mit Jaris "Kleinserientätern" arrangiert. Die Krefelderin stellt zum ersten Mal in ihrer Heimatstadt aus. "Unsere Arbeiten ergänzen sich gut" findet Jari Banas.

Nicht mit dem Pinsel sondern mit dem Computer stellt Mojo Mendiola seine Bilder her, die er im Atelier Gröne an der Grotenburgstraße erstmals zeigt. Die digitalen Gemälde sehen der wirklichen Malerei täuschend ähnlich. "Genau das ist beabsichtigt" sagt Mendiola, der manchmal Zeitungsfotos als Vorlagen benutzt.

Hausherrin Sibylle Gröne beschreitet mit ihrem aus dünnen Messingbändern erstellten Vorhang neue Wege. Die Klangmembran führt bei ihr direkt in den reizvollen Garten.

Auch am kommenden Sonntag, 11 bis 18 Uhr, laden beim A-Gang zehn Ateliers zu einem Besuch ein.

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