Projekt Exodus geht in die nächste Runde.

Krefeld. Kunst als „Frühwarnsystem“, das gefährlichen Strömungen in der Gesellschaft entgegenwirkt: Dem hat sich der Krefelder Fotograf Manuel Schroeder verschrieben. In seinem Projekt Exodus beschäftigt sich der Vorsitzende des Vereins Raumordung mit dem Völkermord. Die konkreten Fragen formuliert er so: „Kann Genozid verhindert werden? Was passiert schon lange vorher, was sind die Vorboten?“ Dabei geht es nicht um die Aufarbeitung des Holocaust, sondern aktuelle Erscheinungsformen, wie sie vor allem in Afrika zu beobachten sind.

An Schulen in Deutschland, den USA und im Baltikum unterwegs

Auf zwei Wegen nähern sich Schroeder und sein amerikanischer Mitstreiter Professor Elliot W. Salloway, Dozent für Fotografie in Boston, ihrem Thema. Zum einen sensibilisieren sie an Schulen und Hochschulen, bislang in Deutschland, den USA und im Baltikum, junge Menschen für das Thema und motivieren sie zur künstlerischen Umsetzung.

Mit Arbeiten der Bildenden Kunst, mit Tanz oder Theater sollen die Teilnehmer Position beziehen. „Mangel und Angst sind die Vorboten eines Genozids“, sagt Schroeder. „Die Fragen lauten: Welche Botschaften werden mit welchen Bildmotiven vermittelt? Welche Leitbilder gibt es? Wie wirken Werbung und Marketing als Propagandamittel?“

Der zweite Weg der Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex umfasst die künstlerische Herausforderung. Mit Ausstellungsprojekten oder Auftritten auf Kunstmessen sollen die Künstler zum kritischen Sprachrohr werden. Auch junge Leute von Krefelder Schulen haben sich an den Projekten beteiligt. Unter anderem das Fichte-Gymnasium und die Gesamtschule Kaiserplatz sind vertreten. gmk

Die Homepage des Vereins wird im Dezember freigeschaltet: www.raumordnung-ev.de

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