Am kommenden Sonntag sind wieder Ateliers und Galerien geöffnet.

Vielen Krefeldern ist er längst ein Begriff. Auch beim Südgang am kommenden Sonntag öffnen Künstler ihre Ateliers, präsentieren in ungezwungener Atmosphäre ihre Werke und laden mit offenen Ausstellungen ein. Die Ateliers und Galerien liegen alle nahe beieinander im südlichen Bezirk der Innenstadt.

Das Spektrum der ausgestellten Exponate reicht von Aquarellen über Holzschnitte, Lichtobjekte, gegenständlicher und abstrakter Malerei, Keramik, Illustrationen bis hin zu Skulpturen aus der Bildhauerei und Werken aus Baumwollspänen. Vier der zehn Stationen am nächsten Sonntag stellen wir hier vor.

Im Atelier.53 an der Petersstraße 53 treffen wir Irmtraut Helten. Seit zehn Jahren ist die Malerin beim Südgang dabei. "Für mich ist das eine Bereicherung", sagt sie. Helten konzentriert sich thematisch auf den Menschen und seinen Entfaltungsraum. Im Ausstellungsraum dominieren mediterrane Farben, die Figuren ihrer Bilder sind gesichtslos. "Der Ausdruck entsteht über die Handlung der Figur, nicht über das Gesicht", erklärt die Künstlerin.

Den Menschen als Thema hat auch ihr Gast, der Bildhauer und Maler Ernesto Marques aus Jülich. In der Mitte des Raums seine Skulptur aus patiniertem Tropenholz. 2,10 Meter hoch ist sein gertenschlankes "Model", und weil ihm der rote Teppich gebührt, ist der Sockel rot. "Der Schüchterne" ist splitternackt und schämt sich.

Die Keramikerin Annetraud Wintergerst lebt und arbeitet an der Südstraße 41. Gleich neben dem Kamin ein roter Samtsessel, darüber hängt an der Wand eine Hommage an Greta Garbo. Kleine schwarze Frauenköpfe tragen extravagante rote Hüte. Im Badezimmer ist das Waschbecken eine rote Schale. Vasen und Schalen mit feinen Reisen in der Oberfläche erinnern ans Porzellan aus Großmutters Zeiten. "Führer war das ein Alterungsprozess", erklärt die Keramikerin. "Craquele", so heißt die Technik, die Wintergerst bewusst einsetzt, um feine Risse in der Glasur zu erzielen.

Beim Südgang öffnen 10 Ateliers am 1. November von 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Carola Lischke an der Lindenstraße 65 hat sich in Kronleuchter verliebt. In ihren Bildern finden sie sich in allen Variationen wieder. An einem kalten Wintertag ist ihr Bild vom roten Plüschsofa gleich am Kamin entstanden. Der Raum strahlt so viel Behaglichkeit aus, das man am liebsten eintauchen möchte ins Bild. "Mich erinnert es an Kindertage", stellt eine Besucherin fest. Zu Gast bei Lischke Art ist die Bildhauerin Marile Heinen aus Nettetal. Aus Ton entstehen ihre Skulpturen, meist sind es weibliche Figuren.

Ihr Atelier auf dem Westwall55 zeigt Werke von Mathilde C. Jaeger. Die Künstlerin arbeitet in Zyklen. Mit "Schicht 4" setzt sie sich mit Papierverarbeitung auseinander, inspiriert durch die Tätigkeit ihres Mannes in der Papierindustrie.

Aus dem Abrieb von Baumwolle entstehen Späne, die sie auf Leinwand bringt und mit farbigen Pigmenten und einem speziellen Binder bearbeitet. In nachtblauer Tiefe lassen sich Menschen vermuten. Zu Gast ist Volker Fleïng mit Living Stone. Seine Skulpturen sind aus unterschiedlichen Materialien wie irischem Limestone, brasilianischem Speckstein und Marmor.

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