Das Kresch arbeitet für die neue Inszenierung mit der Polizei und der Caritas zusammen.

Premiere
Abgetaucht: Diese beiden Kresch-Akteurinnen lassen ihre Köpfe im Aquarium hängen

Abgetaucht: Diese beiden Kresch-Akteurinnen lassen ihre Köpfe im Aquarium hängen

Thomas Weinmann

Abgetaucht: Diese beiden Kresch-Akteurinnen lassen ihre Köpfe im Aquarium hängen

Krefeld. Es ist ein schwieriges Thema, das das Krefelder Kresch sich mit dem Jugendtheater Plus vorgenommen hat: „Rausch“ heißt das neue Stück, das am 9. März Premiere hat. Nach Motiven aus dem ganz aktuellen Roman „Crank“ von Ellen Hopkins, dem Film (nach einem Roman) „Trainspotting“ und der Internetpublikation “Ice Cold ICE“ hat Regisseurin Anna Brass das Stück mit acht Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren erarbeitet.

Anfangs habe man ganz viel Zeit dafür verwendet, miteinander zu „quatschen“. Und so ist das Gespräch über das Erwachsenwerden, über den Rausch, über die eigene Erfahrung und die Erfahrung bei den anderen der Beginn dieser Inszenierung. Und zugleich soll ein Gespräch an die Aufführung anschließen, damit auch die Zuschauer ihre Gedanken und Gefühle und vor allem ihre Fragen äußern können.

Im Stück nämlich erlebt die junge Kristina ihren ersten Rausch und kann damit nur umgehen, indem sie diesen eigenen rauschhaften Anteil „Kira“ nennt. Was sich daraus entwickelt, kann im Anschluss an jede Vorstellung mit zwei kompetenten Fachleuten und natürlich mit den Theaterleuten besprochen werden.

Den Jugendlichen soll klargemacht werden, welche Probleme entstehen

Jörg Grothus von der Abteilung Suchtprävention der Polizei und Georg Spilles vom Caritasverband kooperieren mit dem Kreschtheater. Sie waren schon bei den Proben dabei und halten die Zusammenarbeit für einen besonderen Weg: „Es ist eine andere Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und eine Botschaft loszuwerden“, sagt Grothus.

Allen Beteiligten ist es wichtig, den Rausch und die Sehnsucht nach Selbstvergessenheit nicht zu verteufeln. Aber sie wollen den Jugendlichen klarmachen, welche Probleme aus dem Rausch entstehen können und wo Grenzen bestehen. Grothus: „Diese Offenheit ist der Beginn für ein Gespräch.“ Und Spilles betont: „Wir wollen die Jugendlichen begleiten“ – man möchte sie Selbstverantwortung lehren.

Das Kresch Jugendtheater setzt auf die schon bewährte Zusammenarbeit mit dem Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz und der Beratungsstelle für Alkohol- und Drogenfragen des Caritasverbandes für die Region Krefeld. Nach jeder Aufführung stehen Vertreter beider Einrichtungen Rede und Antwort.
 

Fabrik Heeder Virchowstraße, Premiere: 9. März, 19 Uhr, weiter am 12., 13. März, 7., 8. Mai, 11., 12 Juni, jeweils 19 Uhr. Für Zuschauer ab 14 Jahren geeignet.
 

Anna Brass, die selber Schauspielerin im Jugendclub gewesen ist, setzt für diese Theaterarbeit auf „Verve und Kraft der Jugendlichen, die das Bedürfnis haben, etwas zu zeigen“. Sie können auf ihre Erfahrungen zurückgreifen, auf das, was sie gesehen haben: „Durch die Augenhöhe entsteht Nähe zum Publikum.“ Und ganz wichtig: „Das Stück ist sehr emotional.“

Die Geschichte, die das Team entwickelt hat, bietet mehrere Varianten. In „Rausch“ werden die jungen Schauspieler verschiedene Möglichkeiten vorspielen – „denn nur mit einem offenen Ende kann man die Zuschauer zur Diskussion auffordern“, sagt Theaterleiter Franz Mestre. Gespräch auch mit den Eltern sehr erwünscht! Formal hat das Team sich für gläserne Aquarien entschieden – man darf gespannt sein, wie die Jugendlichen das Thema umgesetzt haben.

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