2012 gibt es sentimentale Balladen, kraftvollen Punk und eine doppelte Dosis Volksmusik.

Auf den Bühnen der Stadt werden in diesem Jahr viele Stars erwartet – die WZ stellt die wichtigsten Events 2012 vor. Auf dem Foto: Mit Energie und rotziger Stimme: die Leadsängerin von Jennifer Rostock.
Auf den Bühnen der Stadt werden in diesem Jahr viele Stars erwartet – die WZ stellt die wichtigsten Events 2012 vor. Auf dem Foto: Mit Energie und rotziger Stimme: die Leadsängerin von Jennifer Rostock.

Auf den Bühnen der Stadt werden in diesem Jahr viele Stars erwartet – die WZ stellt die wichtigsten Events 2012 vor. Auf dem Foto: Mit Energie und rotziger Stimme: die Leadsängerin von Jennifer Rostock.

Ehemaliges One-Hit-Wonder: Curtis Stigers kommt in die Kufa.

Soulpop mit Substanz: der Augsburger Andreas Bourani.

„Wilde Kreatürken“ mit Bülent Ceylan im König-Palast.

Kommt mit dem Stadl nach Krefeld: Moderator Andy Borg.

Ihr Name ist Programm: Mirja ist oft ganz schön Boes.

Meister des schlagfertigen Gags: Comedian Ralf Schmitz.

Grandsigneur deutscher Sprechgesangs-Kultur: Samy Deluxe.

Janine Meyer von Luxuslärm zieht ihr eigenes Ding durch.

Vom Jazzmusiker zum Zirkuspferd: Till Brönner kommt in die Kufa.

Fixierung auf den Geschlechterkampf: Comedian Mario Barth.

Tim Bendzko hat sein Konzert in Rekordzeit ausverkauft.

Alter Haudegen des deutschen Kabaretts: Richard Rogler.

Carmen Jaspersen/dpa, Bild 1 von 13

Auf den Bühnen der Stadt werden in diesem Jahr viele Stars erwartet – die WZ stellt die wichtigsten Events 2012 vor. Auf dem Foto: Mit Energie und rotziger Stimme: die Leadsängerin von Jennifer Rostock.

Krefeld. Deutsches Liedgut steht in diesem Jahr hoch im Kurs – und zwar in fast jeder denkbaren Ausprägung. Während der König-Palast gleich zweimal den Volksmusikanten anheim fällt, leuchten in der Kulturfabrik viele Sterne des Pophimmels – bevorzugt jene, die bereits hell strahlen, aber noch nicht hell genug für die ganz großen Hallen in Oberhausen oder Düsseldorf.

An der Schwelle zu dieser Sphäre steht Tim Bendzko, der mit der Schnulze „Wenn Worte meine Sprache wären“ im vergangenen Jahr den Bundesvision Song Contest gewonnen hat. In Rekordzeit hat der 26-Jährige, der als studierter Theologe mit seinem Gesang mal eben „kurz die Welt retten“ will, seinen Auftritt am 30. Januar ausverkauft.

Jede Menge Vertreter der Neuen Deutschen Melancholie

Karten gibt es hingegen noch für Andreas Bourani (22. März) und Johannes Oerding (26. April), die wie Bendzko einer Strömung zuzurechnen sind, die man Neue Deutsche Melancholie nennen könnte. Bourani, der mit „Eisberg“ oder „Glück“ musikalische Substanz andeutet, ist Sohn eines Ägypters und einer Deutschen und war im Vorprogramm von Clueso auf Tour. Für Oerding, der in Geldern aufgewachsen ist, dürfte der Besuch in Krefeld fast ein Heimspiel sein. Musikalisch in eine ähnliche Kerbe schlägt Johannes Strate (8. Mai). Der Sänger der Band Revolverheld geht solo mit ruhigen und persönlichen Songs auf Tour.

Stammgast in den deutschen Charts sind inzwischen auch die Gruppen Glasperlenspiel (15. Februar), Luxuslärm (31. März) und Jennifer Rostock (1. April). Während letztere Band – die übrigens nicht aus der Hansestadt, sondern aus Berlin kommt – mit energiegeladenem Punk und dem rotzigen Gesang der Leadsängerin Jennifer Weist über die Bühne fegt, kommt das Duo Glasperlenspiel ursprünglich aus der Parallelwelt des christlichen Pop. Ihr Stück „Echt“ fand sich beim Bundesvision Song Contest ebenfalls unter den Top 5 wieder.

Luxuslärm stammen aus dem Sauerland und sind auch sonst ein Phänomen im deutschen Pop-Business. Da die großen Plattenfirmen zu stark in ihre künstlerische Freiheit eingreifen wollten, zogen Luxuslärm ihr Ding komplett auf eigene Faust durch – und sind zum Schreck des versammelten Musikgeschäfts damit erfolgreich.

Die gute Nachricht lautet: Sido kommt diesmal nicht

1. Halbjahr (Auswahl) Christian Durstewitz (8. Januar), Project Pitchfork (20. Januar), Men in Blues (27. Januar), Emil Bulls (9. März), Subways (15. März), Boy (23. März), Thomas Godoj (22. April).

2. Halbjahr Torag (9. November), Die Happy (29. Dezember).
 

Wie gewohnt, ist auch deutscher Hip-Hop in der Kufa vertreten. Die gute Nachricht: Sido kommt diesmal nicht. Dafür läuft Samy Deluxe in Krefeld auf (5. April), inzwischen fast Grandseigneur deutscher Sprechgesangs-Kultur. Aus der jüngeren Riege kommt Deutsch-Iraner Fard (7. März).

Nach dem bewährten Prinzip der Vielfalt sorgt die Kufa natürlich auch für das Publikum jenseits der 30. Mit Curtis Stigers tritt am 27. Mai ein ehemaliges One-Hit-Wonder der Popmusik („I Wonder Why“) als ernsthafter Jazzmusiker auf die Bühne. In diese Kategorie gehört auch Till Brönner (13. April), obwohl er sich zuletzt als Zirkuspferd durch die Casting-Arena des Privatfernsehens treiben ließ. Sich treu geblieben ist Bernd Begemann (8. März), inoffizieller Bundesbeauftragter für Erwachsenen-Pop.

Florian Silbereisen und Andy Borg besetzen den Eispalast

Zwei Beauftragte für ganz andere Bereiche von Musik begeben sich hingegen in den König-Palast: Florian Silbereisen präsentiert dort das „Frühlingsfest der Volksmusik“ (25. Februar), Andy Borg das „Musikantenstadl“ (15. September). Deutscher wird Liedgut nimmer.

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