Intendant Michael Grosse und sein Team legen einen Traumstart hin: Die Besucherzahlen steigen um 15 Prozent.

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Zugpferde in der ersten Grosse-Spielzeit waren die „Rocky Horror Show“, ...

Zugpferde in der ersten Grosse-Spielzeit waren die „Rocky Horror Show“, ...

...„Casanova“ ...

... und „Die Liebe zu den drei Orangen“

M. Stutte, Bild 1 von 3

Zugpferde in der ersten Grosse-Spielzeit waren die „Rocky Horror Show“, ...

Krefeld. Die Ansage des neuen Intendanten war einfach und klar: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, hatte Michael Grosse vor 19 Monaten im WZ-Interview gefordert - von sich selbst wohlgemerkt und seinem gesamten Team. Ausdrücklich bezog er dabei das heikle Thema Besucherzahlen mit ein - ein zählbarer Wert, an dem man am Ende leicht scheitern kann.

150 000 Euro mehr wurden in die Kassen des Theaters gespült

Doch mitnichten: Kurz vor Ende seiner ersten Spielzeit hat Grosse gute Zwischennoten vorzuweisen. In Krefeld sind bis Ende April knapp 12 000 Besucher mehr in die Vorstellungen geströmt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - eine Steigerung von rund 15 Prozent.

Die Einnahmen gingen in dieser Zeit sogar um 17 Prozent nach oben: 150 000 Euro mehr wurden in die Kassen des Theaters gespült, das seit Anfang des Jahres als gemeinnützige GmbH stärker auf eigenen Füßen steht.

„Im Augenblick sind wir im Soll“, erklärt Grosse. Für 2011 erwartet er sogar einen Gewinn. „Den können wir als Bugwelle vor uns her schieben, wenn in den nächsten Jahren die Löhne steigen, die städtischen Zuschüsse aber gleich bleiben.“

Die Steigerung ist in erster Linie fünf „Zugpferden“ zu verdanken, die Massen von Besuchern ins Haus lockten: die Musicals „Rocky Horror Show“ und „Comedian Harmonists“, die Opern „Die Liebe zu den drei Orangen“ und „Der Ring an einem Abend“ sowie das Ballett „Casanova“. Im Schauspiel hingegen gab es einige Flops, vor allem das Kindertheater „Bremer Stadtmusikanten“ und der Shakespeare-Klassiker „Othello“.

Ganz anders ist die Situation jedoch in Mönchengladbach, wo im zweiten Jahr in Folge in der Ersatzspielstätte (TiN) gespielt wird. Dort liegt die Besucherzahl ein Drittel unter den Krefelder Werten.

Gegenüber dem schon schwachen Vorjahr wurden bislang nochmals 6000 Besucher weniger gezählt. „Eine Prognose für Gladbach ist schwierig“, sagt Grosse. „Wir müssen die Leute erst zurück ins Haus holen. Und zwar nicht nur aus erster Neugier – sie müssen auch wiederkommen.“

Zur Spielzeit 2012/13 werden die Ticketpreise drastisch erhöht

Um niemanden zu verschrecken, steigen die Eintrittspreise für die neue Spielzeit nur moderat: Grosse spricht von einer „Angleichung“ zwischen beiden Städten.

Um ein einheitliches Preissystem zu schaffen, werden in Gladbach die Sinfoniekonzerte teurer, in Krefeld die Vorstellungen im Theater - und zwar bis zu drei Euro pro Karte und bis zu zwölf Euro pro Abo. Eine drastische Erhöhung folgt zur Spielzeit 2012/13 – die Rede ist von rund 15 Prozent.

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