Im Konzert entlockt Ludwig Güttler seinem Instrument samtweiche Klänge.

friedenskirche
Bei seinen Konzerten lässt sich Ludwig Güttler (l.) von Friedrich Kircheis an der Orgel begleiten.

Bei seinen Konzerten lässt sich Ludwig Güttler (l.) von Friedrich Kircheis an der Orgel begleiten.

Juliane Njankouo

Bei seinen Konzerten lässt sich Ludwig Güttler (l.) von Friedrich Kircheis an der Orgel begleiten.

Krefeld. Für das Konzert am Samstag war buchstäblich die halbe Friedenskirche umgeräumt worden. Man hatte die Hälfte der Stuhlreihen gedreht und Sitzgelegenheiten selbst hinter dem Altar geschaffen, weil möglichst viele den wohl bekanntesten Trompeter der Klassik-Szene sehen wollten.

Auch wenig bekannte Komponisten sind im Programm vertreten

Von der Empore aus spielte Ludwig Güttler Trompete und Jagdhorn, begleitet an der Orgel von Friedrich Kircheis. Schon durch die Kombination der Instrumente lag nahe, dass man in die barocke Musikwelt eintauchen würde. Neben Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann standen auch wenig bekannte Komponisten auf dem Programm, etwa Vincent Lübeck (1656-1740), Pavel Josef Vejvanovsky (1633-1693) oder Gottfried August Homilius (1714-1785).

Mit der Sonate in G-Dur für Trompete und Orgel von Jean Baptiste Loeillet (1680-1730) kam Güttler zu seinem ersten Einsatz. Mit welcher Leichtigkeit und Virtuosität entlockt er seinem Instrument die Töne! Selbst die höchsten Töne, die im Largo zu spielen sind, klingen so weich, dass man kaum glaubt, ein Blechblasinstrument zu hören.

Obwohl die Trompete und später auch das italienische Horn Corno da caccia mit ihrem unerwarteten Klang und den feinen, unbekannten Nuancen wie aus einer anderen, weit zurück liegenden Zeit zu stammen scheinen, so sind die Instrumente doch Werke des 20. Jahrhunderts. Sie wurden nach barocken Klangidealen von Ricco Kühn beziehungsweise von Friedbert Syhre gebaut.

Dass sich das Corno da caccia, wie der Meister beweist, auch für Wiegenlied-Klänge eignet, wie im Choralvorspiel „Oh, Gott, du frommer Gott“ von Homilius, gehört zu den wunderbaren Erlebnissen dieses Konzerts. Ein einzigartiger Ohrenschmaus ist dem Publikum in der Friedenskirche vergönnt.

Güttler erfüllt alle Erwartungen, während sein Partner an der Orgel einige Schönheitsfehler einbaut. Die Klarheit und Eindeutigkeit barocker Musik kann gnadenlos sein. Doch der Star des Konzerts ist ohnehin Güttler, der vor der vierten Zugabe unmissverständlich Abschied nimmt: „Nach der nächsten Zugabe wünschen wir Ihnen einen guten Nachhauseweg!“

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