Veranstalter werben gemeinsam – und sprechen sich besser ab.

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Mit diesem Motiv des Krefelder Fotografen Philip Lethen wirbt „Krefeld Klassik“ in der ganzen Stadt. Es ziert auch den Titel der Broschüre. (Repro: Dirk Jochmann)

Mit diesem Motiv des Krefelder Fotografen Philip Lethen wirbt „Krefeld Klassik“ in der ganzen Stadt. Es ziert auch den Titel der Broschüre. (Repro: Dirk Jochmann)

Mit diesem Motiv des Krefelder Fotografen Philip Lethen wirbt „Krefeld Klassik“ in der ganzen Stadt. Es ziert auch den Titel der Broschüre. (Repro: Dirk Jochmann)

Krefeld. Wer Klassik mag, hat in Krefeld ein Luxusproblem: Mindestens 20 Veranstalter lassen auf der Orgel, im Chor oder mit dem ganzen Orchester die großen Meisterwerke erklingen - und das an 250 bis 300 Terminen pro Jahr. Teilweise müsste man als Besucher die Fähigkeit zur Zellteilung beherrschen, um sich in drei Kirchen gleichzeitig dem Musikgenuss hingeben zu können.

Joachim Watzlawik und einigen Mitstreitern ist nun erstmals das Kunststück gelungen, einen Großteil der Veranstalter unter einen Hut zu bringen - und zwar schon bei der Planung. In einem Internet-Portal können sie ihre Termine langfristig blocken. So fallen sinfonische Doppler und klassische Ballungszonen sofort auf. "Ein solches Instrument ist überfällig", sagt der Programmmacher der Friedenskirche. "Die Zeit ständiger Konkurrenz-Veranstaltungen ist vorbei."

Der andere große Vorteil des Portals betrifft die Präsentation, denn auch da lag bislang einiges im Argen. "Sogar von beteiligten Musikern hört man, dass Krefeld Provinz sei", sagt Manfred Bautz, Organisator von Veranstaltungen in der Alten Kirche. "Dabei muss niemand nach Düsseldorf fahren, um gute Konzerte zu erleben."

Genau das wird auf den Internetseiten von "Krefeld Klassik" deutlich - und in der zugehörigen Broschüre, die nun zweimal im Jahr erscheinen soll. Hier wie dort ist ein Gros aller klassischen Konzerte versammelt, die in Krefeld stattfinden. Wer als Veranstalter dabei sein will, muss einen Jahresbeitrag von 150 Euro zahlen, der Rest des 6000-Euro-Budgets stammt von Sponsoren. Zumindest für das erste Jahr ist die Finanzierung gesichert.

Unter den 16 Veranstaltern, die sich bisher eingetragen haben, sind Kirchengemeinden, Chöre, das Unternehmen Kawai und öffentliche Träger wie Kulturbüro, Musikschule und Niederrheinische Sinfoniker. Sie alle eint ein Ziel: Ihr Publikum enger zu binden und ein neues zu begeistern - für ein Angebot, das mit Provinz rein gar nichts zu tun hat.

Die Broschüre liegt in einer Auflage von 10000 Exemplaren aus.

 

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