Durchgedrehte Komik mit dem Duo Diagonal im Podio.

Krefeld. "Wir möchten Sie heute Abend entführen in eine Welt der Magie", kündigt das Duo Diagonal gleich zu Anfang des Abends an. Tatsächlich versprüht "Chantal" alias Deana Kozsey eine ordentliche Portion Glamour, und "Roger" alias Holger Ehrich wirkt zauberhaft komisch.

Ohne viele Worte präsentiert das Duo eine Mischung aus Tanz, Pantomime, Slapstick und vordergründiger Komik, verknüpft visuelle Elemente mit vollem Körpereinsatz. Dabei bindet das Duo auch das Publikum mit ein.

Besonders ein Zuschauer in der ersten Reihe hat es Chantal angetan. "Darf ich du sagen, Manfred?" Sicher würde sie gern mit ihm anbandeln, aber Roger kündigt "die große Hypnose" an, und die scheint auch zunächst tadellos zu funktionieren: Chantal macht, was der Meister befiehlt. Doch irgend etwas scheint schief gelaufen zu sein, denn sie entwickelt ein Eigenleben, bewegt sich in Richtung Manfred, beugt sich tief dekolletiert über ihn und küsst ihn auf die Stirn.

Sogar einen Blick hinter die Kulissen des Show-Geschäfts gewährt das Duo Diagonal. Fit und schön halten die Gymnastikübungen mit Max Greger. Das Cover der Langspielplatte schlägt diverse Trainingseinheiten vor, und so lädt man das Publikum zum Mitmachen ein. Die Gesichtsmuskulatur wird gelockert, man schaue nach links und nach rechts.

Holger Ehrich verkörpert viele Typen, fast schon glaubt man, ihn von irgendwoher zu kennen. Er könnte der durchgeknallte Nachbar von nebenan sein, der mit seiner Plüschente in den Urlaub fährt, der abgehalfterte Gigolo, dem die hypnotisierte Chantal auch schon mal in die Arme fliegt.

Das Duo Diagonal besteht aus Deana Kozsey und Holger Ehrich und existiert seit 1999. Vielen Krefeldern dürfte das Komiker-Ensemble aus dem Pappköpp-Theater bekannt sein. Das Programm "Unwiderstehlich" wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit der Heilbronner Lorbeere, in der Sparte Comedy.

Cool wie Agent 007 zaubert Roger eine kleine Pistole aus der Westentasche. Der Hauch von James Bond ist allerdings rasch verflogen, wenn er ein Loch durchs rote Taschentuch schießt. Urkomisch auch die "Magie" in der Umkleidenummer. Roger verschwindet in einer Röhre, sein Körper ist verhüllt, nur sein Gesicht ist noch zu sehen.

Plötzlich kriecht eine Gestalt über die Bühne. Wenn sie auch schwarz verhüllt ist, so ist sie eindeutig auszumachen. Man ahnt es schon, das ist Chantal, und tatsächlich, "it’s magic!", Chantal guckt aus der Röhre und Roger ist spurlos verschwunden. Spurlos? Nicht ganz: eine Gestalt unter schwarzem Stoff kriecht von dannen.

Langer Applaus und als Zugabe eine Uraufführung in Krefeld: Die Feuershow ohne Feuer.

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