Die Ausstellung „declaring space“ setzt sich mit Mark Rothko auseinander.

Südbahnhof
Die Ausstellung „declaring space“ wird bis zum Ende der Jüdischen Kulturtage am 22. März im Südbahnhof zu sehen sein, Künstler und Ausstellungsmacher (von links): Dillwyn Smith, Manuel Schroeder, Maris Cacka, Tatjana Kolota, Regina Plaßwilm, Evelina Vanaga, Herbert Rubinstein und Klaus Schmidt-Hertzler.

Die Ausstellung „declaring space“ wird bis zum Ende der Jüdischen Kulturtage am 22. März im Südbahnhof zu sehen sein, Künstler und Ausstellungsmacher (von links): Dillwyn Smith, Manuel Schroeder, Maris Cacka, Tatjana Kolota, Regina Plaßwilm, Evelina Vanaga, Herbert Rubinstein und Klaus Schmidt-Hertzler.

abi

Die Ausstellung „declaring space“ wird bis zum Ende der Jüdischen Kulturtage am 22. März im Südbahnhof zu sehen sein, Künstler und Ausstellungsmacher (von links): Dillwyn Smith, Manuel Schroeder, Maris Cacka, Tatjana Kolota, Regina Plaßwilm, Evelina Vanaga, Herbert Rubinstein und Klaus Schmidt-Hertzler.

Krefeld. „Angekommen“ – das Motto der diesjährigen Jüdischen Kulturtage passt perfekt zum Krefelder Südbahnhof. So formuliert es Herbert Rubinstein, Projektleiter der derzeit im gesamten Rheinland stattfindenden Kulturtage. Im Rahmen der Ausstellung „declaring space“ ist der Südbahnhof auch zu einem Treffpunkt künstlerischer Begegnungen geworden. Künstler aus Lettland, Großbritannien und Berlin haben für den Ort ein gemeinsames Ausstellungsprojekt entwickelt, das sich mit dem Werk Mark Rothkos (1903-1970) auseinandersetzt.

1970 nahm sich Mark Rothko in New York das Leben

Rothko, als Jude in Lettland geboren, wanderte bereits als Zehnjähriger mit seinen Eltern nach Amerika aus. Als Vertreter des abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei wurde er zu einem der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Am 25. Februar 1970 nahm er sich in seinem New Yorker Atelier das Leben. Genau am 45. Todestag wurde jetzt die Ausstellung im Südbahnhof eröffnet, die der Künstler Manuel Schroeder initiiert hat. Der Gründer und Leiter des Kunstvereins „Raumordnung – Gesellschaft für urbane Kunst und Gestaltung“ hat damit ein Projekt in Krefeld geschaffen, das den Blick über den Tellerrand hinauswagt. „Die Werke der Künstler beziehen sich aufeinander und auf den Raum. Sie beanspruchen und vereinnahmen ihn“, sagt Schroeder.

Auffallend ist die Reduktion von Farbe. Die Werke der fünf Künstler sind in Raumzonen aufgeteilt. In die Höhe streben die Papierbahnen von Maris Cacka. Die schwarzen Strukturen sind Ausdruck widersprüchlicher Gefühle. Zugleich sind diese großflächigen Zeichnungen auch erzählende Wände, die er mit Hilfe einer Stellwand in den Raum hinein fortführt.

An der Fensterseite trennt ein Plastikband einen Bereich ab. Plastik ist außerdem in den drei objektartigen Bildern verarbeitet, aber auch alte Stoffelemente und dunkle Farbe. Alt trifft auf Neu, aber auch Kritik an dem sorglosen Umgang mit Plastik möchte der aus Lettland stammende Künstler Edmunds Lucis ausdrücken. Dass Farbfeldmalerei à la Rothko auch digital funktionieren kann, beweist Manuel Schroeder mit seiner Arbeit „White ist the true colour“. Neun kleine Bildschirme fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, wobei optische Störungen einem perfekten Bild entgegenwirken.

„Malerei ist die Illusion von Transparenz“ sagt der britische Künstler Dillwyn Smith. Entsprechend poetisch sind seine transparenten schwarzen Tücher, die er an der Wand und über Eck im Raum aufgespannt hat.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Mark Rothko Art Centre in Daugavpils/Lettland.

 

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende nach Vereinbarung. Bis zum 22. März sind die Werke im Südbahnhof an der Saumstraße zu sehen.

Neben all diesen reduzierten Arbeiten sticht die Installation „Herzblut“ der Berliner Künstlerin Maike Gräf optisch ins Auge. Aus weißen Blumentöpfen wachsen verschieden große Herzen und weiße Kreuze gleichermaßen heraus. Keine leicht konsumierbare Ausstellung ist hier zu sehen, dafür ein temporär geschaffener Ort, der Fragen aufwirft und neue Bedeutungsebenen eröffnet.

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