Carlo Guaitoli spielte beim Kawai-Konzert im Campus Fichtenhain.
Carlo Guaitoli spielte beim Kawai-Konzert im Campus Fichtenhain.

Carlo Guaitoli spielte beim Kawai-Konzert im Campus Fichtenhain.

Carlo Guaitoli spielte beim Kawai-Konzert im Campus Fichtenhain.

Krefeld. Der italienische Pianist Carlo Guaitoli ist schon seit langem in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause. Auftritte in ganz Europa, Japan, China, Israel, USA, Kanada und Südafrika deuten dies an. Am Freitag fand er sein gespannt lauschendes Publikum am Fichtenhain. Mit vier "Stegreifdichtungen", den Vier Impromptus D899 von Franz Schubert, schuf er klingende Stimmungsbilder, die von lyrischen Passagen bis zu einer sehr verhaltenen Dramatik viele Assoziationen erlaubten. Sein exzellent differenziertes Spiel, das von einem Ton auf den nächsten zu völlig anderen Impressionen führt, kam bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Variations sérieuses in d-moll eindrucksvoll heraus. So hervorragend habe man diese Variationen noch nicht gehört, war Meinung in den Pausengesprächen. Es folgten vorwiegend heitere Klänge mit Franz Liszts Liedbearbeitungen von Schuberts Müller-Liedern. Sie wurden gekrönt vom berühmtesten Fisch der Musikliteratur: der Forelle. Für einige Takte gab ihr Liszt einen Haifisch-Charakter, bevor sie dann wieder als Forelle in den plätschernden Bach zurückkehrt - herrlich von Guaitoli gespielt bis zu einer abschließenden kecken Bewegung der Schwanzflosse. Frédéric Chopins Ballade IV trägt das erzählende Moment schon im Titel und so gab es auch ausdrucksstarke Geschichten mit viel Spannung im Spiel. Welch ein Genuss für das dankbare Publikum, dass Guaitoli noch richtig Lust hatte, weiterzuspielen und mit drei Zugaben dem Konzert zu einer wunderbaren Verlängerung verhalf: Chopin, Debussy und zum Abschluss Gershwins Song "Summertime". Was konnte man an diesem echten Frühlingsabend noch wünschen? gmk

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