Beim Kawai-Abschlusskonzert präsentieren junge Pianisten ihr Können. Sie freuen sich über viel Applaus an diesem Abend.

Die 13-jährige Laetitia Hahn aus Velbert war die einzige deutsche Pianistin der Kawai-Meisterkurse.
Die 13-jährige Laetitia Hahn aus Velbert war die einzige deutsche Pianistin der Kawai-Meisterkurse.

Die 13-jährige Laetitia Hahn aus Velbert war die einzige deutsche Pianistin der Kawai-Meisterkurse.

Mark Mocnik

Die 13-jährige Laetitia Hahn aus Velbert war die einzige deutsche Pianistin der Kawai-Meisterkurse.

Krefeld. Mit der Auswahl des Dozenten für die zwölften Internationalen Klavier-Meisterkurse hat man bei Kawai wieder ein gutes Händchen bewiesen. „Professor Kenner ist ein Weltklassepianist und ein Weltklassepädagoge“, schwärmte Philipp Potz, künstlerischer Leiter von Kawai Europa. „Er hat aus jedem Teilnehmer noch etwas herausgekitzelt.“

Die bewährte Zusammenarbeit mit der Musikschule konnte Potz nur loben. Oft werde man auch gefragt, wie es um deutsche Nachwuchspianisten steht, schilderte Potz, denn in der Regel sind in den Meisterkursen fast nur Teilnehmer aus Asien und Russland vertreten. In diesem Jahr aber hat es mit Laetitia Hahn eine 13-Jährige Pianistin aus Velbert in den Meisterkurs geschafft.

Laetitia Hahn war die jüngste Teilnehmerin der Meisterkurse

Als Jüngste durfte sie auch das Abschlusskonzert im Helmut-Mönkemeyer-Saal der Musikschule eröffnen. Mit der Etüde Nr. 6 in a-Moll – Thema und Variationen aus den Grandes Études de Paganini von Franz Liszt hatte sich Laetitia schon eine große Aufgabe gestellt. Die schnellen Läufe akzentuiert sie keck und verblüfft mit einem kraftvollen Spiel ihrer jungen Hände in den voluminösen Akkordfolgen.

Altersgemäß ein reiferes Spiel bietet erwartungsgemäß Nagino Maruyama (Japan) mit ihren 17 Jahren. Mit ihrer Interpretation von Frédéric Chopins Fantasie in f-Moll (op. 49) beweist sie viel Einfühlungsvermögen in die Musik. Interessant ist der Vergleich mit ihrer Vorgängerin am Flügel, denn sie hat sich aus den Grandes Études de Paganini von Franz Liszt die Etüde Nr. 3 in gis-Moll – La Campanella als zweites Stück ausgewählt.

Tänzerisch leicht und verspielt heiter kommt ihre Interpretation daher, die Tempi stimmen nicht immer, der Fluss könnte manchmal besser sein. Feine virtuose Läufe sind auf alle Fälle ihre Sache – einen bunt kolorierten Kupferstich bietet sie musikalisch.

Mit einem ausdrucksstarken Spiel, zu dem vor allem lyrische Passagen mit feinsten Nuancen und Spannungsbögen gehören, begeistert der 24-jährige Lovre Marusic aus Kroatien. Die ausgewählten Stücke aus der „Kreisleriana“ von Robert Schumann bringen eine große Palette an Klangfarben – für ein meisterliches musikalisches Aquarell.

Die Japanerin Sara Matsuu präsentiert einen ziemlich romantisch interpretierten Ludwig van Beethoven mit der Klaviersonate in Es-Dur (op. 27 Nr. 1). Klänge eines hierzulande unbekannten Komponisten und Malers stellt Paulius Andersson aus Litauen vor. Es ist die Komposition Mirage von Mikalojus Konstantinas Ciurlionis (1875-1911), die man noch als eine „sehr spätromantische“ einordnen könnte. Eine einfühlsame Interpretation bestimmt auch sein Spiel der Ballade Nr. 4 in f-Moll (op. 52) von Frédéric Chopin. Wunderbare Spannungsbögen, sensibel wie strahlend virtuos umgesetzt begeistert er mit seiner reifen Leistung.

Den Abschluss des Konzerts bietet Nikita Volov aus Russland. Musikalisch hat er sich einen monumentalen „Ölschinken“ aufs Programm gesetzt. Alexander Scriabins Klaviersonate Nr. 3 in fis-Moll (op. 23) verlangt vom Pianisten ein energisches voluminöses Spiel in großen Lautstärken und so verirrt sich Nikita auch nicht ernsthaft in die leisen Töne. Alle Teilnehmer und der Dozent der Meisterkurse werden abschließend mit kräftigem Applaus und begeistertem Trampeln vieler Zuhörer verabschiedet.

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