Im ersten Kammerkonzert der Saison trifft Harfe auf Frankreich.

Im ersten Kammerkonzert der Saison trifft Harfe auf Frankreich.
Harfistin Stella Farina erzählte zu Beginn des Konzerts über die Entwicklung des Saiteninstruments im 19. Jahrhundert. Sie gab zu, dass ihre Kollegen und sie Debussy und Ravel mögen, weil sie Musik für die Harfe geschrieben haben. (abi)

Harfistin Stella Farina erzählte zu Beginn des Konzerts über die Entwicklung des Saiteninstruments im 19. Jahrhundert. Sie gab zu, dass ihre Kollegen und sie Debussy und Ravel mögen, weil sie Musik für die Harfe geschrieben haben. (abi)

Harfistin Stella Farina erzählte zu Beginn des Konzerts über die Entwicklung des Saiteninstruments im 19. Jahrhundert. Sie gab zu, dass ihre Kollegen und sie Debussy und Ravel mögen, weil sie Musik für die Harfe geschrieben haben. (abi)

Krefeld. Die Harfenistin Stella Farina gesteht gleich in ihrer Konzerteinführung: „Wir lieben Debussy und Ravel, denn sie haben Kammermusik für die Harfe geschrieben.“ Dann gibt sie eine kleine lebendige Einführung in die Entwicklung des Saiteninstruments gerade zur Zeit der beiden genannten Komponisten. Im 19. Jahrhundert wetteiferten die Harfenbauer um die praktischste Ausstattung des Instruments: Pleyel baute Harfen mit zwei Reihen von Saiten, um alle gewünschten Töne bieten zu können, während Sebastien Érard die vielseitigere Doppelpedalharfe erfand, bei der die Pedale die Tonhöhen in nur noch einer Saitenreihe verändern können.

„Wir spielen jetzt die Doppelpedalharfe von Érard,“ erklärt Farina. Dann ging es im ersten Kammerkonzert von Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker im Glasfoyer des Theaters von der Theorie zur Praxis. „Harfe . . . trifft Frankreich“ lautete das Motto. Dabei bildeten die Harfenistin, die Bratschenspielerin Laura Krause und der Flötist Darío Portillo Gavarre ein Trio. Mit Claude Debussys (1862-1918) Sonate für Flöte, Viola und Harfe gelingt es ihnen sofort, unverkennbar impressionistische Klangbilder zu schaffen. Die Pastorale beginnen die drei langsam und getragen, als wollten sie behutsam auf eine sehr atmosphärische Naturschilderung einstimmen, auf ein Idyll, wie es die Satzbezeichnung erwarten lässt. Vogelgezwitscher, ein tänzerisches Wiegen und ein feiner Dialog zwischen den Instrumenten gehören dazu.

Sehr atmosphärisches und bildliches Konzert

Bei den nachfolgenden Sätzen Interlude und Finale kommt etwas mehr Bewegung in die Klangbilder, aber es bleibt immer noch ein fein gemaltes musikalisches Aquarell zarter Naturbilder. Die perlenden hohen Läufe auf der Harfe erlauben Assoziationen an das Plätschern eines Baches oder die kleine Wellen eines Sees. Es folgt Maurice Ravel (1875-1937) mit einer Sonatine, die dieser im Original für Klavier geschrieben hat.

Das Trio spielt die Bearbeitung von Carlos Salzedo für Flöte, Viola und Harfe. Der erste Satz der Sonatine Moderé zeigt sich für die Harfenistin weniger gemäßigt, denn sie kann mit vielen schnellen Läufen die Möglichkeiten ihres Instruments zeigen. Das Mouvement de menuet interpretiert das Trio so leicht und zart, als wäre es ein Menuett von Elfen. Temporeich und viele Spannungsbögen schlagend präsentieren sie den dritten Satz Animé und erhalten dafür einen langen Applaus. Für das letzte Werk auf dem Programm, der Introduction et Allegro von Ravel, wird das Ensemble um die Geigerinnen Chisato Yamamoto und Ellen Tillman sowie Silke Frantz am Violoncello und den Klarinettisten Olaf Scholz erweitert. Aus dem Spiel des Septetts wird fast schon ein sinfonisches Werk mit dem Klang eines großen Orchesters. Das verträgt sich wunderbar mit dem Stück, das man durchaus als ein verkapptes Harfenkonzert bezeichnen kann.

Ravel gibt hierin der Harfe einen großen Spielraum, den Farina bestens zu nutzen versteht. Ein gelungener Auftakt in die Kammerkonzertreihe der neuen Saison.

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