Nach WZ-Bericht verzichtet die Politik auf Scharmützel.

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Dezernent Martin Linne nennt noch keine genauen Zahlen. Archiv

Dezernent Martin Linne nennt noch keine genauen Zahlen. Archiv

DJ

Dezernent Martin Linne nennt noch keine genauen Zahlen. Archiv

Krefeld. Mit eher leisen Tönen reagiert die Politik auf die neuen Hiobsbotschaften, die von der Baustelle Kaiser-Wilhelm-Museum ins Rathaus dringen. Die WZ hatte gestern exklusiv berichtet, dass die Verwaltung inzwischen von einer „nicht kalkulierbaren Kostensteigerung“ ausgeht.

Doch was noch vor zehn Monaten für Empörung sorgte, wird nun weitgehend als traurige Tatsache akzeptiert. Vergessen sind die Scharmützel rund um einen möglichen Baustopp. Quer durch alle Fraktionen zieht sich der Wunsch, die Sanierung zu einem akzeptablen Ende zu bringen.

Ein Haus für die Bürger, kein Elfenbeinturm

„Man kann das Messer jetzt nicht im Schwein stecken lassen“, sagt CDU-Bauexperte Jürgen Wettingfeld. „Solche Risiken lassen sich bei keinem Bauvorhaben ausschließen.“ Wettingfeld erinnert daran, dass die Sanierung dringend notwendig war: „Bei einem so bedeutsamen Gebäude kann man nicht einfach den Schlüssel umdrehen und abhauen.“ Wichtig sei, dass das fertige Haus ein Highlight werde: „Man muss es so bespielen, dass möglichst viele Leute kommen.“

Ähnlich argumentiert Heidi Mathias von den Grünen: „Das neue Museum muss ein Haus für die Bürger werden, kein Elfenbeinturm.“ Den Verantwortlichen macht sie „keinen großen Vorwurf“. Das Problem sei von Anfang an die Kostendeckelung auf 12,5 Millionen Euro gewesen: „Das war zu schmal budgetiert. Und irgendwie wollten wir es ja auch alle glauben.“

Dass nun endlich ehrlich über die Probleme geredet wird, hebt Björn Rüsing (SPD) lobend hervor: „Allerdings ist es ein starkes Stück, dass man nicht erfährt, wie hoch die Kosten wirklich liegen.“ Rüsing fordert ein „besseres Controlling“ bei der Stadt: „Es macht einem ein bisschen Sorgen, dass sich die ursprünglich im Jahr 2004 errechneten Kosten von sechs Millionen Euro offenbar verdreifacht haben.“

Harsche Kritik am Dezernenten Martin Linne übt allein Joachim C. Heitmann (FDP): Es sei „ungehörig“, Zahlen zu verweigern und nur „dunkle Andeutungen“ anzubieten: „Das führt zu Unwohlsein bei allen, die sich mit dem Haushalt beschäftigen.“

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