Bei "Transmitter" können Studenten ihre Lehrer als Künstler erleben. Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunstverein.

Bei „Transmitter“ können Studenten ihre Lehrer als Künstler erleben. Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Kunstverein.
Mathias Lanfer zeigt seine Aluminium-Skulptur „Expedition Laufender Meter“.

Mathias Lanfer zeigt seine Aluminium-Skulptur „Expedition Laufender Meter“.

Andreas Bischof

Mathias Lanfer zeigt seine Aluminium-Skulptur „Expedition Laufender Meter“.

Krefeld. Seit dem Frühjahr kooperiert der Krefelder Kunstverein mit der Hochschule Niederrhein. „Transmitter“ heißt diese Reihe, deren dritte Folge jetzt eine Gruppenausstellung im Buschhüterhaus ist. Die Schau mit dem Titel „Substanzen“, die morgen eröffnet wird, zeigt Arbeiten von sieben Lehrenden aus dem Fachbereich Design. Das künstlerische Spektrum reicht von Skulpturen, Objekten, über Installationen bis zu Fotografie und Video.

Die Vielfalt der Arbeiten wird im Erdgeschoss des Kunstvereins sofort sichtbar, wirkt zugleich aber erstaunlich harmonisch. Links an der Wand sieht man zwei großformatige Schwarzweiß-Fotografien von Brigitta Thaysen, auf denen schemenhaft eine Figur zu erkennen ist. Rosafarben und grün schillert daneben eine digitale Grafik von Thomas Klegin. „Das ist pure Mathematik“, sagt er zu seiner Arbeit, die gar nicht so konstruiert wirkt.

Keramisches Wandobjekt und hausähnliche Form auf einer Stele

Technisch und künstlerisch zugleich wirken die Formen aus silbergrauem Metall, die als Bodenskulptur die Blicke auf sich ziehen. Sie stammen von Mathias Lanfer und korrespondieren mit den Strukturen der Architektur, die man auf den Fotografien von Gudrun Kemsa auf der gegenüberliegenden Wand sieht. Ein keramisches Wandobjekt, eine hausähnliche Form auf einer Stele und ein Leuchtkasten, auf dem die Worte „aus“ und „Kontrolle“ stehen, ergänzen diesen Teil der Ausstellung.

Reduzierter geht es im Obergeschoss weiter. Hauptstück ist dort ein großer Tisch, auf dem die unterschiedlichsten Objekte aller Künstler platziert sind. Es soll eine Laborsituation darstellen und eher Anregungen geben als fertige Dinge zu präsentieren. Dass die Wandflächen hier überwiegend frei bleiben, gehört ebenfalls zum Konzept. „Wir wollten damit der Sehnsucht nach mehr Freiraum Ausdruck verleihen“, sagt Susanne Specht. Deutlich wird, dass die Lehrenden sich hier nicht vorrangig als Künstler inszenieren, sondern etwas Substanzielles von ihrer Lehre vermitteln wollen.

„Wir müssen die Kreativität fördern“, sagt Gerhard Hahn. Für seinen Kollegen Thomas Klegin sind Spielfreude und Neugier wichtige Stichworte. „Viele Studenten haben das verlernt, heute ist alles so zielorientiert“, sagt er. Klegin und seine Kollegen sehen sich als Lehrende im Fachbereich Design auch in einer langen Tradition, die ihre Wurzeln noch im Bauhaus hat. Von dort zu den neuen Medien ist es laut Matthias Lanfer ein ziemlicher Spagat.

Der Einfluss der Medien führe aber auch wieder zu den Grundlagen zurück. So vermittelt Gudrun Kemsa wieder ganz bewusst ihren Studenten Grundlagen und Historie der Fotografie. Das Konzept, Anregungen zu geben, aber nichts zu überfrachten, setzt sich konsequent mit einer „Ecke der Muße“ fort. So nennt Brigitta Thaysen die Sitzgruppe aus einfachen Bänken und einem Tisch, an dem man in der Ausstellung Platz nehmen kann. Auf dem Tisch findet man Bücher und Kataloge mit Informationen zu den Ausstellenden. Das Mobiliar ist aus einem studentischen Projekt hervorgegangen. „Gestaltung ist Absicht“, betont Klegin.

Dass sich der Weg dahin nicht auf einen allgemeingültigen Kanon reduzieren lässt, sondern eine Vielfalt von Optionen bereithält, macht die Ausstellung deutlich. Für die Studenten dürfte es besonders interessant sein, ihre Lehrer als Gestalter zu erleben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mal ein anderes Publikum in den Kunstverein zu bekommen. „Wir sind ein Haus für alle Bürger und nicht nur für Mitglieder“, sagt die Vorsitzende Elke Meyer-Michael.

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