Luftige Fusion-Musik kennzeichnete die erste Jazzattack des neuen Jahres.

Philipp van Endert aus Düsseldorf im Jazzkeller.
Philipp van Endert aus Düsseldorf im Jazzkeller.

Philipp van Endert aus Düsseldorf im Jazzkeller.

Dirk Jochmann

Philipp van Endert aus Düsseldorf im Jazzkeller.

Krefeld. Das hat man selten: einen Trommler, der sehr minimalistisch und trotzdem geradlinig und druckvoll zur Sache geht. Der Kölner Hendrick Smock ist so einer. Bei der ersten Jazzattack-Session des Jahres im Jazzkeller saß er jetzt am Schlagzeug. Als zweiten Gast hatten sich E-Gitarrist Axel Fischbacher und E-Bassist Stefan Rademacher, die Gründerväter der Reihe, den Düsseldorfer E-Gitarristen Philipp van Endert dazugeholt.

Die Musiker ergänzten sich hervorragend

Zwei E-Gitarristen und ein E-Bassist, alle drei Rechtshänder – da zeigten also den ganzen Abend drei Gitarrenhälse in eine Richtung, aber dieses Bild war das einzig Monotone bei dieser Session. Spannend wurde es nicht, weil sich van Endert und Fischbacher große Duelle geliefert hätten; die beiden ergänzten sich vielmehr mit eigenen Farben und bereicherten so die Arrangements.

Ausflüge in den Modern-Jazz wurden auch unternommen, etwa mit Coltranes „Giant Steps“, aber van Endert gab mit zwei Eigenkompositionen zu Beginn den Grundsound der Session vor. Es dominierte luftig-leichte, oft balladeske Fusion-Musik.

Dabei tupfte Smock den binären Beat oft so locker hin, dass er fast swingmäßigen Drive entwickelte. Man sah Rademacher an, dass ihm das für seine oft genug auch aufs Wesentliche reduzierten Basslinien entgegenkam.

Van Endert und Fischbacher traten beide mit halbakustischen E-Gitarren an, man konnte sie weniger am Sound, mehr an der Spielweise unterscheiden. Van Endert wechselte öfter zwischen Zupfen mit allen Fingern und dem Spiel mit dem Plektron, Fischbacher bevorzugt Letzteres. Van Endert agiert etwas verspielter, Fischbacher sucht oft direkter die klare Melodielinie.

Mit Marcus Millers „Tutu“, das von einem schwer schreitenden Bass-Groove gekennzeichnet ist, setzte man zum Schluss dann doch noch einmal einen deftigeren Akzent.

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